Wirtschaft

Probleme mit Air Force One Boeing fliegt das sechste Quartal ins Minus

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Boeings Verkehrssparte erlöste gut ein Drittel weniger.

(Foto: picture alliance/dpa/AP)

Der US-Flugzeugbauer Boeing rechnet nach eineinhalb Jahren Verlusten wegen der Corona-Pandemie wieder mit einer Belebung der Geschäfte. Allerdings sind die Beziehungen zwischen den USA und China ein Unsicherheitsfaktor. Als Problemfall entpuppt sich auch die neue Präsidentenmaschine.

Der Luft- und Raumfahrtkonzern Boeing hat seinen sechsten Quartalsverlust in Folge eingefahren, rechnet im laufenden Jahr aber mit einem "Wendepunkt". Die Auslieferung neuer Verkehrsflugzeuge hänge von den Fortschritten bei Covid-19-Impfungen und den Handelsbeziehungen zwischen den USA und China ab. China ist der größte Einzelkunde des Konzerns.

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Boeing nahm die Auslieferungen von 737 Max und 787 Dreamlinern während des Quartals wieder auf, wird aber weiterhin von Qualitätsproblemen geplagt. Wegen Problemen mit einem Zulieferer verbuchte der Konzern bei seinem Auftrag für den Bau neuer Air-Force-One-Maschinen für den US-Präsidenten eine Belastung. Die Produktionspläne für neue Maschinen beließ Boeing unverändert.

Im ersten Quartal 2021 fuhr Boeing einen noch höheren Verlust ein als befürchtet. Wie der Airbus-Konkurrent mitteilte, häufte er unter dem Strich einen Verlust von 561 Millionen US-Dollar oder 92 Cent je Aktie an. Das ist zwar weniger als vor einem Jahr mit damals 641 Millionen Dollar beziehungsweise 1,11 Dollar Verlust je Aktie. Mit 1,53 Dollar je Anteilsschein fiel der bereinigte Verlust jedoch deutlich höher aus, als Analysten mit im Mittel erwartet hatten.

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Der Umsatz entsprach mit einem Rückgang um zehn Prozent auf 15,22 Milliarden Dollar weitgehend der Analystenschätzung. Dabei sackte der Umsatz der Verkehrsflugzeugsparte um fast ein Drittel ab, während die Verteidigungs- und Raumfahrtsparte knapp ein Fünftel mehr erlöste. Boeing verbrannte mit 3,68 Milliarden Dollar zwar weiterhin Geld, damit fiel der freie Cashflow jedoch besser aus als erwartet.

Im Zusammenhang mit der Umrüstung von zwei 747-8-Maschinen, die als zukünftige Air Force One dienen sollen, nahm Boeing eine Belastung in Höhe von 318 Millionen Dollar in die Bücher und führt dabei pandemiebedingte Verzögerungen sowie einen Streit mit einem Zulieferer an. Der Konzern ist vertraglich verpflichtet, bis Ende 2024 zwei umgebaute Jumbo-Jets zu liefern, war aber gezwungen, für einen Teil der Innenausstattung der Flugzeuge den Lieferanten zu wechseln.

Quelle: ntv.de, jwu/DJ

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