Wirtschaft

Piloten inadäquat vorbereitet Boeing lieferte fehlerhaften Flugsimulator

100227096_lay.jpg

Flugsimulator einer Boeing 737.

(Foto: picture alliance / Jörg Carstens)

Bevor Piloten Passagiere mit einem neuen Flugzeugtyp befördern dürfen, müssen sie hunderte Stunden in einem Flugsimulator trainieren. Dort lernen sie alle Eigenheiten einer Maschine kennen. Doch der 737-Max Simulator ließ die Piloten in Ungewissheit.

US-Flugzeugbauer Boeing hat Fehler bei der Flugsimulationssoftware für seine Maschinen vom Typ 737 Max eingeräumt, was zum Absturz zweier Passagiermaschinen geführt haben könnte. Mittlerweile wurden Korrekturen an der Software vorgenommen und die Nutzer darüber informiert. Das verbesserte System stelle nun somit eine für verschiedene Flugbedingungen repräsentative Flugsimulation dar, teilte das Unternehmen mit.

Mit der Software werden Piloten für die neuen, seit 2011 ausgelieferten 737-Max-Modelle ausgebildet, von denen in den vergangenen Monaten zwei Maschinen abgestürzt waren. Bei den Unglücken im Oktober in Indonesien und im März in Äthiopien kamen 346 Menschen ums Leben. In der Folge wurde ein weltweites Flugverbot für diese Flugzeuge verhängt.

Bei beiden Abstürzen steht das speziell für die Boeing 737 Max entwickelte Stabilisierungssystem MCAS (Maneuvering Characteristics Augmentation System) im Verdacht, eine verheerende Rolle gespielt zu haben. Es drückt bei einem drohenden Strömungsabriss beim Start die Nase des Flugzeugs automatisch nach unten, auch wenn die Piloten gegensteuern. Bei der Auswertung von Cockpitaufnahmen wurde deutlich, dass die Piloten der Unglücksmaschinen vor dem Absturz hektisch im Handbuch der 737 Max blätterten, um dort eine Lösung für das Problem zu finden. Offenbar waren sie im Vorfeld nicht ausreichend darüber informiert worden, dass schlicht die Abschaltung des Systems die Maschine wieder in ihre normale Flugposition bringen würde.

Zuvor hatte Boeing mitgeteilt, dass das Unternehmen ein Software-Update für Maschinen des Typs 737 Max abgeschlossen habe. Insgesamt seien 207 Flüge mit einer Gesamtdauer von 360 Stunden mit dem aktualisierten Stabilisierungssystem MCAS geflogen worden. Bevor die 737 Max den Flugbetrieb wieder aufnehmen kann, muss die US-Luftfahrtbehörde FAA einer Wiederzulassung zustimmen.

Quelle: n-tv.de, lou/AFP

Mehr zum Thema