Wirtschaft

Das erste Minus seit sieben Jahren Boeing rauscht in die roten Zahlen

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Der Dreamliner ist bisher nicht das Erfolgsmodell, das Boeing sich erhofft hatte.

Mit Sonderabschreibungen verunsichert Boeing bereits letzte Woche die Anleger. Bei der Vorstellung der Quartalszahlen wird klar: Der US-Konzern kämpft mit den gleichen Problemen wie Airbus und muss seine Gewinnaussichten deutlich zusammenstreichen.

Jumbo-Jet, Dreamliner und Tankflugzeug - Probleme mit gleich drei Flugzeugtypen haben Boeing im zweiten Quartal in die roten Zahlen gerissen. Unter dem Strich teilte der Luftfahrt- und Rüstungskonzern aus den USA einen Verlust von 234 Millionen US-Dollar mit - umgerechnet 212 Millionen Euro. Ein Jahr zuvor stand noch ein Gewinn von 1,1 Milliarden Dollar (1 Mrd Euro). Für Boeing ist der erste Quartalsverlust seit 2009. Der Umsatz kletterte um ein Prozent auf 24,8 Milliarden Dollar (22,5 Mrd Euro).

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Konzern-Chef Dennis Muilenburg musste seine Gewinnpläne für 2016 daher wie erwartet deutlich zusammenstreichen: Der Gewinn je Aktie dürfte nun nur noch 6,40 bis 6,60 Dollar erreichen statt 8,45 bis 8,65 Dollar, schätzt das Management.

Boeing hatte die Anleger bereits vergangene Woche mit Sonderabschreibungen von 2,1 Milliarden Dollar (1,9 Mrd Euro) überrascht. Grund dafür war Ärger mit gleich drei Flugzeugmodellen. So gab der Konzern die Hoffnung auf, zwei Testexemplare des Langstreckenjets 787 "Dreamliner" noch loszuschlagen. Zudem beerdigte er den Plan, die gekappte Produktion des Jumbo-Jets 747-8 in einigen Jahren wieder hochzufahren. Der Jumbo ist wie der weltgrößte Passagierflieger Airbus A380 bei Fluggesellschaften kaum noch gefragt. Der Trend geht hin zu mittelgroßen Langstreckenjets.

Mittelstrecke schlägt Dreamliner

Zudem bereitet die Entwicklung des neuen Tankflugzeugs für das US-Militär mehr Schwierigkeiten als gedacht. Nachdem das Projekt Boeing schon im vergangenen Jahr das Gewinnziel gekostet hatte, gibt es weitere Verzögerungen. Hinzu kommen Kosten für einen Umbau der Tank-Vorrichtung.

Es ist schon das vierte Mal, dass das Programm höhere Kosten verursacht. Boeing hatte den Auftrag 2011 in einem umstrittenen Verfahren dem heutigen Airbus-Konzern abgejagt. Der Rivale aus Europa musste zuvor vor allem wegen der jüngsten Triebwerks-Probleme seines Militärtransporters A400M ebenfalls eine Milliardenbelastung verbuchen.

Trotz aller Probleme lieferte Boeing im zweiten Quartal 199 Verkehrsflugzeuge aus und damit zwei Maschinen mehr als ein Jahr zuvor. Damit holte der Konzern seinen Rückstand aus dem ersten Jahresviertel teilweise auf. Der Großteil der Auslieferungen entfällt auf die Mittelstreckenjets der Modellreihe 737, mit Abstand gefolgt vom "Dreamliner".

Quelle: ntv.de, chr/dpa

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