Wirtschaft

737 Max hat oberste Priorität Boeing stürzt der Gewinn ab

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(Foto: picture alliance/dpa)

Der US-Flugzeugbauer Boeing wartet sehnsüchtig auf die neuerliche Verkaufserlaubnis seiner 737 Max. Umsatz und Ergebnis sind angesichts des Absatzstopps eingebrochen. Doch das ist nicht das einzige Problem des Airbus-Rivalen.

Beim US-Flugzeugbauer Boeing schlägt das weltweite Startverbot für seine Unglücksmaschine 737 Max immer stärker auf die Bilanz durch. Im Kerngeschäft brach das operative Ergebnis im Sommer ein. Zwischen Juni und Ende September blieben operative 895 Millionen Dollar hängen, wie das Unternehmen mitteilte. Vor einem Jahr waren es noch knapp 1,9 Milliarden Dollar.

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"Oberste Priorität ist für uns weiterhin, die 737 Max wieder sicher in Dienst zu stellen, wobei wir fortlaufende Fortschritte machen", erklärte Boeing-Boss Dennis Muilenburg. Boeing bekräftigte, auf eine Rückkehr der Maschine im vierten Quartal zu setzen. Der Umsatz sackte wegen der gestoppten Auslieferung des zuvor meistgefragten Flugzeugtyps um ein Fünftel auf knapp 20 Milliarden Dollar ab. Je Aktie verdiente Boeing mit 2,05 Dollar nach 4,07 Dollar im Vorjahr - aber trotzdem mehr, als Analysten erwartet hatten.

Derweil machen dem Hersteller noch andere Baustellen zu schaffen: So drosselt der Konzern ab Ende 2020 vorläufig die Produktion seines Großraumjets 787 Dreamliner. Zudem verschiebt er die erste Auslieferung des modernisierten Großraumjets 777X nach technischen Problemen jetzt auf Anfang des Jahres 2021.

Nach zwei Abstürzen muss die 737 Max seit März am Boden bleiben. Bei den Abstürzen in Indonesien und Äthiopien waren insgesamt 346 Menschen ums Leben gekommen. In Indonesien, wo bei dem Absturz 189 Menschen ums Leben kamen, gaben die Ermittler Konstruktionsfehler als Ursache an.

Am Vortag hatte Boeing auch personelle Konsequenzen aus der Krise gezogen, die den Flugzeugbauer nach früheren Angaben mit rund acht Milliarden Dollar teuer zu stehen kommt. Der Chef der Verkehrsflugzeugsparte, Kevin McAllister, wurde seines Postens enthoben und durch den langjährigen Boeing-Manager Stan Deal ersetzt. Es war die bislang weitreichendste Personalentscheidung im Zusammenhang mit der Unglücksmaschine. Zuvor war Firmenboss Dennis Muilenburg der Verwaltungsratsvorsitz aberkannt worden.

Quelle: n-tv.de, jwu/rts/dpa/DJ