Wirtschaft

Zu viele Probleme Bosch kündigt Job-Abbau an

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"Wir werden das hohe Renditeniveau des Vorjahres nicht halten können", sagt Bosch-Chef Denner.

(Foto: picture alliance / dpa)

Bosch ist der weltgrößte Autozulieferer, beschäftigt weltweit 410.000 Mitarbeiter. Nun plant der Konzern einen Stellenabbau: "Wir müssen auf die zurückgehende Nachfrage reagieren", sagt Bosch-Chef Denner.

Den weltweit größten Autozulieferer Bosch belasten der Konjunkturrückgang und der Umbruch in der Autoindustrie. "Der Rückenwind ist weg", sagte Vorstandschef Volkmar Denner der "Süddeutschen Zeitung". "Wir rechnen derzeit damit, dass unser Umsatz in Summe in diesem Jahr nur auf Vorjahresniveau liegen wird. Und wir werden das hohe Renditeniveau des Vorjahres nicht halten können", so Denner weiter. Zudem sei nun ein deutlicher Job-Abbau geplant, vor allem an den Diesel-Standorten.

"Natürlich müssen wir auf die zurückgehende Nachfrage reagieren", sagte Denner, der Umfang stehe noch nicht fest. Er fügte an: "Wir tun aber alles, um das sozialverträglich umzusetzen. Da gibt es viele Möglichkeiten: Zeitkonten, Abfindungsprogramme, Vorruhestandsregelungen, Reduzierung der Zahl der temporär Beschäftigten." Bosch beschäftigt derzeit 410.000 Menschen weltweit.

Bosch: Automobilproduktion stagniert

Der Automarkt entwickle sich sehr schwach, "deutlich schwächer, als wir alle noch vor einem Jahr gedacht haben", sagte Denner dem Blatt. Es handele sich nicht um eine kurzfristige Delle, die schnell wieder aufgeholt werden könne. "Wir gehen in unserer Planung davon aus, dass die Automobilproduktion in den kommenden Jahren stagnieren wird, anders als in der Vergangenheit, als es fast immer aufwärts ging", so Denner.

Insbesondere der Rückgang bei Dieselmotoren wirke sich negativ aus. "Wenn wir bei einem Dieseleinspritzsystem zehn Mitarbeiter beschäftigen, sind es bei einem Benzinsystem drei und bei einem Elektrofahrzeug nur noch einer", sagte Denner.

Nicht nur auf E-Technik setzen

Der Bosch-Chef warnte aber davor, sich einseitig auf Elektrofahrzeuge zu konzentrieren. "Wir brauchen die Kompetenz, verschiedene Technologien bewerten und beurteilen zu können. Dann können wir entscheiden, worauf wir langfristig setzen", so Denner gegenüber der Zeitung. Dabei forderte er auch Unterstützung von der Bundesregierung. Die Politik solle nicht eine Technologie vorgeben, sondern es müsse einen Wettbewerb geben.

"Wir sollten verschiedene Technologien entwickeln und dann sehen, was sich durchsetzt, weil es die beste Lösung ist. Aufgabe der Politik ist es, dafür klare Ziele zu definieren", so Denner. Zur Ankündigung des VW-Konzerns, voll auf E-Autos zu setzen, meinte er: "Alle unsere traditionellen Kunden aus der Automobilindustrie werden kurz- bis mittelfristig den Großteil ihrer Fahrzeuge weiterhin mit Verbrennungsmotoren ausliefern. Darüber sind wir uns alle einig."

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Quelle: n-tv.de, bad

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