Wirtschaft

Baden-Württemberg betroffen Bosch streicht 1600 Stellen nach Dieselkrise

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Hier sollen 800 Stellen wegfallen: Bosch-Zentrum in Stuttgart-Feuerbach.

(Foto: imago/Arnulf Hettrich)

Abgasskandal und Klimakrise fordern ihren Tribut. Weil die Nachfrage nach Diesel- und Benzinautos sinkt, baut der Automobilzulieferer Bosch Stellen an zwei Verbrenner-Standorten in Baden-Württemberg ab. Rund 1600 Jobs sollen 2020 und 2021 dort wegfallen.

Der Automobilzulieferer Bosch will angesichts der sinkenden Nachfrage nach Diesel- und Benzinautos in den kommenden zwei Jahren gut 1600 Arbeitsplätze in Baden-Württemberg abbauen. Das bestätigte eine Bosch-Sprecherin auf Anfrage. Betroffen sind Jobs in der Antriebssparte an den Bosch-Standorten in Feuerbach und Schwieberdingen. In den Jahren 2020 und 2021 sollen in diesem Segment jeweils rund 800 Stellen in der Verwaltung, im Vertrieb und in der Forschung abgebaut werden, berichtete die "Stuttgarter Zeitung".

Die Sprecherin begründete den Abbau damit, dass sich die Automobilindustrie im Umbruch befinde. Die Transformation hin zur Elektromobilität sei "in vollem Gange", zu diesem strukturellen Wandel kämen ein konjunktureller Abschwung und eine schwächer werdende Nachfrage nach Diesel- und Benzinautos. Die Sprecherin sagte: "Wir tun alles, um den Wandel möglichst sozialverträglich zu gestalten." Wie genau die Stellen abgebaut würden, sei noch nicht entschieden, dazu stünden nun Gespräche mit Arbeitnehmervertretern an.

Bosch-Chef Volkmar Denner hatte bereits im August in einem Interview bekräftigt, die sinkende Nachfrage nach Dieselfahrzeugen werde zu einem spürbaren Stellenabbau führen. Denner hatte damals Abfindungsprogramme, Vorruhestandsregelungen und die Reduzierung der Zahl der temporär Beschäftigten genannt. Die Bosch-Sprecherin sagte nun, das Unternehmen favorisiere eine Verkürzung der wöchentlichen Arbeitszeit auf 35 Stunden. Dies entspreche rechnerisch schon mal der Kapazität von etwa 500 Arbeitsplätzen. Bosch beschäftigt weltweit momentan rund 410.000 Menschen, davon 140.000 in Deutschland. Bei dem Unternehmen hängen nach Angaben vom Mai weltweit etwa 50.000 Arbeitsplätze allein vom Diesel ab.

Seit dem Diesel-Abgasskandal bei Volkswagen, in den auch Bosch als größter Zulieferer von Abgastechnik verwickelt war, und Fahrverboten für Selbstzünder in etlichen deutschen Städten sinkt die Nachfrage nach Diesel-Technologie. Zugleich stellt die Autoindustrie generell von Verbrennungsmotoren auf Elektroantriebe um. Seit Ende letzten Jahres ist die Branche außerdem im Abschwung, Bosch rechnet 2019 mit einem weltweiten Rückgang der Automobilproduktion von sechs Prozent. Der weltweit größte Autozulieferer sieht - wie auch Konkurrent Continental - in den kommenden fünf Jahren kein Wachstum der Autoindustrie.

Quelle: n-tv.de, mau/dpa/rts

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