Wirtschaft

Londoner Lkw-Fahrer-Kampagne Branche zweifelt an Visa auf Zeit für Trucker

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Auch in der EU würden Lastwagenfahrer händeringend gesucht, allein in Deutschland fehlten 60.000 bis 80.000 Spezialisten, sagte der BGL-Chef.

(Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com)

Europaweit fehlen Lastwagenfahrer. Der Brexit macht dieses Problem nur allzu deutlich. Das Resultat: leere Supermarktregale und trockene Tankstellen. London will mit Visa auf Zeit für Trucker gegensteuern. Doch die Branche ist skeptisch, schließlich müsste auch die Arbeit attraktiver werden.

Die britischen Visa-Pläne für bis zu 5000 ausländische Lastwagenfahrer zur Bewältigung von Lieferengpässen stoßen in der Branche verstärkt auf Skepsis. "Kein Mensch wird das annehmen", sagte der Chef des Bundesverbands Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL), Dirk Engelhardt, in London. Er wisse von niemandem, der sich beworben habe. Osteuropäische Fachkräfte seien vielmehr verärgert über das Vorgehen der britischen Regierung.

"London hat den Brexit gewollt, nun bekommen sie ihn", sagte Engelhardt mit Blick auf die neuen, strengen britischen Einwanderungsregeln. EU-Bürger benötigen seit dem 1. Januar teure Visa, wenn sie neu zur Arbeit nach Großbritannien kommen. Die britische Regierung hatte kürzlich mitgeteilt, dass 127 Visa an Fahrer von Tanklastern vergeben worden seien.

Auch in der EU würden Lastwagenfahrer händeringend gesucht, allein in Deutschland fehlten 60.000 bis 80.000 Spezialisten, sagte der BGL-Chef. Weil sie in der EU sicherere Arbeitsplätze hätten und die Gehälter derzeit deutlich stiegen, würden die Fachkräfte einen Job in der Staatengemeinschaft vorziehen. Rund 30.000 Brummi-Fahrer gingen pro Jahr zudem in den Ruhestand, jedoch wurden in den letzten Jahren nur zwischen 15.000 und 20.000 LKW-Führerscheine pro Jahr neu erworben. Die Lücke wird damit noch größer. Die Arbeitsbedingungen müssten attraktiver werden, um Abhilfe zu schaffen. Die 5000 britischen Visa, mit denen die Regierung in London Arbeitskräfte anlocken will, sind auf wenige Monate befristet. Das sei eine schlechte Perspektive, sagte Engelhardt.

In Europa, wenn nicht sogar weltweit, fehlen Lastwagenfahrer. Allerdings hat der Brexit mit den Einwanderungsregeln die Lage in Großbritannien noch zugespitzt. Dort kam es zuletzt wiederholt wegen Engpässen zu leeren Supermarktregalen, Tankstellen trockneten aus.

Quelle: ntv.de, jki/dpa

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