Wirtschaft

EU-Staaten einigen sich Bulgarin Georgiewa soll IWF-Chefin werden

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Kristalina Georgiewa liegt im Rennen um den IWF-Chefposten vorne.

(Foto: dpa)

Eigentlich sollte die Entscheidung längst gefallen sein, doch die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union können sich zunächst nicht festlegen. Am Ende sprechen sich die EU-Länder für die Weltbank-Geschäftsführerin Kristalina Georgiewa aus. Sie soll Christine Lagarde als IWF-Präsidentin ablösen.

Die Bulgarin Kristalina Georgiewa soll nach dem Willen der Europäischen Union neue Präsidentin des Internationalen Währungsfonds (IWF) werden. Das teilte das französische Wirtschafts- und Finanzministerium in Paris mit. Die Geschäftsführerin der Weltbank-Institute IBRD und IDA setzte sich unter den Vertretern der 28 EU-Mitgliedsstaaten gegen den niederländischen Finanzminister Jeroen Dijsselbloem durch. Georgiewa habe die Unterstützung von 56 Prozent der Länder, die 57 Prozent der EU-Bevölkerung repräsentieren, erhalten, sagte ein EU-Diplomat. Der frühere Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem aus den Niederlanden, der noch im Rennen war, gratulierte via Twitter der Bulgarin Georgiewa.

Georgiewa soll der Französin Christine Lagarde folgen, die neue Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB) werden und das Amt im November antreten soll. Der IWF wird traditionell von einem Europäer geleitet, die Schwesterorganisation Weltbank dagegen von einem US-Bürger.

Zuvor war bekannt geworden, dass der finnische Zentralbankchef Olli Rehn kein Anwärter mehr für den Topposten sei. Zuvor waren bereits die beiden südeuropäischen Bewerber ausgestiegen: der portugiesische Eurogruppen-Chef Mario Centeno und die spanische Wirtschaftsministerin Nadia Calviño. Am Abend fand eine Telefonkonferenz der europäischen Finanzminister statt, um über den Ausgang der Abstimmung zwischen den beiden verbleibenden Kandidaten zu beraten, hieß es aus den Kreisen. Frankreich war beauftragt worden, die Kandidatenkür zu leiten.

Erklärtes Ziel der Europäer war es, einen gemeinsamen Kandidaten zu präsentieren, der weitreichende Erfahrungen auf dem Gebiet der internationalen Finanzbeziehungen hat. Die Franzosen hatten angekündigt, dass ein Anwärter bis Ende Juli gefunden werden solle. Dieser Zeitplan war jedoch nicht einzuhalten. Wie ein Diplomat berichtete, überzeugte Frankreichs Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire seine Amtskollegen, förmlich über einen Kandidaten abzustimmen, um weitere lange Debatten zu vermeiden.

Der IWF wurde gemeinsam mit der Weltbank zum Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 gegründet. Er soll als weltweites Gremium darüber wachen, dass keine großen Währungsturbulenzen entstehen und zu politischen Unwägbarkeiten führen. Unter anderem vergibt er Kredite an überschuldete und in Zahlungsschwierigkeiten geratene Staaten. 189 Mitgliedstaaten gehören der Organisation an.

Quelle: n-tv.de, kpi/AFP/dpa/rts

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