Wirtschaft

Nebeneffekt der Niedrigzinsen Bund entgeht enormen Schuldenlasten

draghi.jpg

EZB-Chef Draghi gilt als Garant für niedrige Leitzinsen.

(Foto: picture alliance / dpa)

"EZB-Chef Mario Draghi hat die schwarze Null im Bundeshaushalt erst möglich gemacht", sagt Grünen-Politiker Kindler. Er unterfüttert diese Aussage mit Zahlen der Bundesregierung - die aufhorchen lassen.

Durch die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) seit der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008 hat der Bund Zinsausgaben von rund 180 Milliarden Euro gespart, wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland unter Berufung auf eine Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage des Grünen-Haushaltsexperten Sven-Christian Kindler berichtet. 

*Datenschutz

Demnach  war die Bundesregierung in ihrer jeweiligen Haushaltsplanung davon ausgegangen, dass für die Schulden des Bundes zwischen 2008 und 2018 insgesamt Zinsen in Höhe von 484,8 Milliarden Euro gezahlt werden müssen. Tatsächlich waren dank der Niedrigzinsen aber nur Kreditkosten von 304,5 Milliarden Euro fällig. Die Ersparnis errechnet sich aus der Differenz der beiden Werte. 180 Milliarden Euro sind etwas mehr als der Bund in einem halben Jahr ausgibt.

"Deutschland darf nicht mehr knausern"

"EZB-Chef Mario Draghi hat die schwarze Null im Bundeshaushalt erst möglich gemacht", sagte Kindler dem RND.  "Während andere Länder in Europa unter der Krise gelitten haben, hat der deutsche Staat massiv von der Eurokrise profitiert."

Gerade Deutschland müsse sich jetzt, so Kindler, für ein krisenfestes und solidarisches Europa engagieren und dürfte nicht mehr so knausern: "Europa ist unsere Zukunft, und dafür muss die Bundesregierung auch bereit sein, mehr Geld zu investieren", forderte der Haushaltspolitiker.

Seit der Krise 2008 versucht die EZB, durch niedrige Zinsen die Konjunktur zu stützen. Seit März 2016 liegt der Leitzins in der Eurozone sogar bei null Prozent.

*Datenschutz

 

*Datenschutz

Quelle: n-tv.de, bad

Mehr zum Thema