Wirtschaft

Fusion und SMRCSU will zurück zur Atomkraft in Deutschland

01.01.2026, 16:36 Uhr
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Das Kernkraftwerk Isar bei Landshut. Block II wurde 2023 abgeschaltet. Für die CSU ist damit das Kapitel Atomkraft noch nicht beendet. (Foto: picture alliance / Zoonar)

Seit 2023 hat Deutschland keine aktiven Atomkraftwerke mehr - aus Sicht der CSU muss das nicht so bleiben. Die Regierungspartei fordert eine Rückkehr zu Kernreaktoren, aber anders als bisher bekannt. Dabei stellen sie einen neuen Umgang mit Atommüll in Aussicht.

Angesichts hoher Stromkosten und des Klimawandels beharrt die CSU auf einem Wiedereinstieg in die Atomkraft und setzt dafür auf eine Kreislaufwirtschaft. "Unser Ziel ist eine Kernenergie ohne radioaktive Abfälle", heißt es in einem Reuters vorliegenden Entwurf eines Positionspapiers, das die CSU-Landesgruppe bei ihrer Klausur vom 6. bis 8. Januar verabschieden will. "Diese Entwicklung muss Deutschland führend vorantreiben und Pionier bei der Wiederaufbereitung werden."

Fortschritte beim Umgang mit radioaktiven Abfällen verspricht sich die CSU durch Innovation und neue Technologien. "Bei der Transmutation wird langlebiger Atommüll in Substanzen mit deutlich kürzerer Halbwertszeit verwandelt", heißt es in dem Dokument. "Zudem bietet die Umwandlung der radioaktiven Abfälle auch die Chance, für die Industrie wertvolle Materialien wie Edelmetalle zu gewinnen." Damit könne deutlich weniger Atommüll in unterirdische Lager verbracht werden.

In dem Papier werden CSU-Forderungen nach kleinen Kernkraftwerken (Small Modular Reactors) sowie Kraftwerken der sogenannten vierten und fünften Generation ebenso bekräftigt wie nach Fusionsreaktoren.

Kritik an dem Vorstoß kam aus den Reihen des Koalitionspartners SPD. "Atomenergie ist die teuerste Form der Energiegewinnung und wird dies angesichts der bereits heute unschlagbar günstigen erneuerbaren Energien auch bleiben", sagte die SPD-Energiepolitikerin Nina Scheer. Pläne für einen Wiedereinstieg seien Realitätsverleugnung. Entsprechende Konzepte ließen "denklogisch nur auf militärische Absichten schließen": "Wer ein solches - militärisches - Ziel verfolgt, sollte dies auch offen sagen und die Bevölkerung nicht mit einer vermeintlich energiepolitischen Einordnung in die Irre führen."

Drei Vorzeigeunternehmen in Bayern

Mit den ersten beiden Forderungen hatten sich CDU und CSU im Koalitionsvertrag mit der SPD nicht durchgesetzt. Das Ziel, den ersten Fusionsreaktor der Welt in Deutschland zu errichten, wird zwar von allen drei Partnern vertreten. Allerdings rechnen Experten mit einer Marktreife der Kernfusion erst in etlichen Jahren. In Bayern sind die drei Vorzeigeunternehmen Proxima, Marvel und Gauss ansässig. Deutschland hatte 2011 auch auf Drängen der CSU den Atomausstieg beschlossen und die letzten Kernkraftwerke 2023 vom Netz genommen.

Die CSU-Bundestagsabgeordneten wollen bei ihrer traditionellen Klausurtagung im bayerischen Kloster Seeon zum Jahresauftakt Akzente für den Kurs der Bundesregierung setzen. Zu Beginn am Dienstag äußern sich Landesgruppenchef Alexander Hoffmann und Parteichef Markus Söder. Am Mittwoch soll es in Gesprächen mit dem litauischen Präsidenten Gitanas Nauseda und der finnischen Außenministerin Elina Valtonen um die Russland-Politik angesichts des Ukraine-Kriegs gehen. Zum Abschluss am Donnerstag wird Bundeskanzler und CDU-Chef Friedrich Merz erwartet.

Quelle: ntv.de, vpe/rts/dpa

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