Wirtschaft

Hoffnung für deutsche Autobauer China bereitet Zollsenkung vor

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Auch deutsche Autobauer produzieren in den USA Autos, die sie anschließend nach China exportieren.

(Foto: picture alliance/dpa)

Im Handelsstreit zwischen den USA und China deutet sich eine Entspannung an: Die chinesische Führung will Berichten zufolge eine Zollerhöhung auf in den USA produzierte Autos wieder zurücknehmen. Der US-Präsident befeuert die Spekulationen.

China will in Kürze seine Importzölle auf US-Autos von 40 auf 15 Prozent senken. Ein entsprechender Vorschlag sei dem Kabinett zur Prüfung in den nächsten Tagen vorgelegt worden, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Peking hatte die Zölle im Handelsstreit mit den USA erst im Juli auf 40 Prozent angehoben. Daraufhin hatten viele Autohersteller ihre Verkaufspreise erhöht, wodurch ihre Umsätze zurückgingen.

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An der Börse machte sich sofort Hoffnung auf ein Ende der Handelsstreits breit, der die globale Konjunktur abzuwürgen droht. Die Titel von BMW und Daimler, die in den USA Geländewagen herstellen und nach China exportieren, legten um jeweils 2,4 Prozent zu. VW-Anteilsscheine zogen um 3,7 Prozent an. Die Aktien von Peugeot, Renault und Fiat Chrysler sowie von Zulieferern wie Continental und Faurecia verzeichneten ebenfalls Kurszuwächse. Auch der deutsche Leitindex Dax baute seine Gewinne aus und notierte zwei Prozent höher bei 10.827 Punkten.

Befeuert wurden die Spekulationen über eine Einigung im Handelsstreit von US-Präsident Donald Trump: "Sehr produktive Gespräche mit China", twitterte er. "Achtet auf einige wichtige Ankündigungen!"

Trump hatte bereits Anfang Dezember nach dem G20-Gipfel in Argentinien verkündet, dass er sich mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping auf eine Senkung der Zölle geeinigt habe. Mittlerweile heißt es aus Peking, beide Seiten hätten den Fahrplan für die nächste Phase ihrer Handelsgespräche ausgelotet. Dazu hätten US-Finanzminister Steven Mnuchin, der amerikanische Handelsbeauftragte Robert Lighthizer und der chinesische Vize-Ministerpräsident Liu He miteinander telefoniert.

Unklar bleibt allerdings, ob die in Kanada verhaftete Huawei-Finanzchefin inhaftiert bleibt oder auf Kaution freikommt. Die Entscheidung über ihren Kautionsantrag wurde auf Dienstagmorgen (Ortszeit) vertagt. Die Verteidiger der chinesischen Managerin bieten eine Kaution in Millionenhöhe an. Der Vorgang belastet die US-chinesischen Beziehungen zusätzlich.

Wieder was gelernt

Falls Sie wissen möchten, warum China im Handelsstreit mit den USA noch über eine "Nukleare Option" verfügt, hören Sie rein in diese Folge von "Wieder was gelernt", dem Podcast von n-tv.de. Abonnieren Sie unsere Podcasts auch auf iTunes, Spotify und Deezer oder per Feed in der Podcast-App Ihrer Wahl.

Quelle: ntv.de, chr/rts