Wirtschaft

Dividendenauszahlungen behindert China legt Gewinne deutscher Firmen auf Eis

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Peking will den Kapitalabfluss aus dem Land unterbinden.

(Foto: REUTERS)

Mit aller Macht versucht Peking, den Verfall des Yuan aufzuhalten und den Abfluss von Kapital zu begrenzen. Banken legen Dividendenzahlungen ausländischer Firmen auf Eis und sperren so deren Gewinne in China ein. Das trifft auch deutsche Konzerne.

Wegen verschärfter Kapitalkontrollen der chinesischen Regierung bekommen deutschen Unternehmen Probleme, Gewinne aus ihrem Chinageschäft in die Heimat zu überweisen. In der gesamten Volksrepublik haben Banken Dividendenzahlungen ins Ausland stark begrenzt. Das berichtet die "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf die EU-Handelskammer in Peking.

Das chinesische Devisenamt hat der "SZ" zufolge in der vergangenen Woche in Schanghai und anderen Städten hochrangige Vertreter nationaler und internationaler Banken einbestellt, um schärfere Überprüfungen von Auslandsüberweisungen ab einer Höhe von 5 Millionen Dollar anzukündigen - mündlich. In Schriftform liegt laut "SZ" allerdings nichts vor.

Statt wie bisher von Guthabenkonten müssen Dividendenauszahlungen künftig von Kapitalkonten bezahlt werden. Während es für die Guthabenkonten keine Obergrenze gab, wurde sie bei Kapitalkonten jüngst von 50 Millionen Dollar auf fünf Millionen Dollar herabgesenkt. Konzerne wie Siemens oder BASF haben in China Dutzende Gesellschaften, darunter Joint Ventures mit Staatsunternehmen und eigene Werke. Um Gewinne nach Europa zu bekommen, schütteten die Konzerne bisher Dividenden ihrer Tochterfirmen aus. Bis vor zwei Wochen war das gängige Praxis.

Versprechen an Investoren gebrochen

Ebenso könnten Rückzahlungen von Darlehen blockiert werden, die von der Muttergesellschaft in Deutschland gewährt wurden. Viele Niederlassungen deutscher Konzerne finanzieren sich über unternehmensinterne Darlehen, weil sie in China von lokalen Banken kaum Kredite erhalten.

Mit zahlreichen Maßnahmen versucht China derzeit, die Abwertung des Yuan und den Abfluss von Kapital in das Ausland zu begrenzen. Die chinesische Währung ist durch die im Vergleich zu früheren Jahren schwächeren Wachstumsaussichten der Wirtschaft und durch steigende Zinsen vor allem in den USA unter Druck geraten. Viele chinesische Anleger versuchen derzeit, ihr Geld im Ausland in Fremdwährungen anzulegen, da sie eine weitere Abwertung des Yuan befürchten. Allein im vergangenen Monat reduzierten sich die Devisenreserven des Landes um 46 Milliarden Dollar.

Dürfte nun tatsächlich ein ausländisches Unternehmen hohe Summen nicht oder nur zeitverzögert über die chinesische Grenze transferieren, wäre das der erste bekannte derartige Fall seit der Jahrtausendwende, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung". Mit dem Versprechen, dass Auslandsinvestoren in China verdientes Geld außer Landes bringen dürfen, hatte die Kommunistische Partei einst Investoren ins Land gelockt und die Grundlage für Chinas schnellen wirtschaftlichen Aufstieg geschaffen.

Quelle: ntv.de, jgu

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