Wirtschaft

Zusammenhang mit Handelsstreit? China verhängt Millionenstrafe gegen Ford

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Der Absatz von Ford in China brach 2018 um 54 Prozent ein.

(Foto: Reuters)

Wegen eines Verstoßes gegen das Wettbewerbsrecht muss das Joint Venture des US-Autobauers Ford in China umgerechnet mehr als 20 Millionen Euro Strafe zahlen. Beobachter vermuten allerdings einen ganz anderen Grund hinter dem Bußgeld.

Chinesische Aufsichtsbehörden haben eine Geldstrafe in Höhe von 163 Millionen Yuan (umgerechnet 20,9 Millionen Euro) gegen das Joint Venture des US-Autobauers Ford in China verhängt. Die Sanktion gegen Changan Ford Automobile in der südwestchinesischen Metropole Chongqing sei wegen des Verstoßes gegen das Wettbewerbsrecht erfolgt, berichtete die staatliche Marktaufsicht. Beobachter spekulieren dagegen über einen Zusammenhang mit den Handelsspannungen zwischen den USA und China.

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Die Wettbewerbshüter bemängeln, dass der Hersteller seit 2013 die Preise der Autohändler in Chongqing beschränkt habe, wie aus einer Mitteilung hervorgeht. Die Höhe der Strafe entspreche vier Prozent des jährlichen Absatzes in der 30 Millionen Einwohner zählenden Mega-City. Mit der Sanktion treffen die Aufsichtsbehörden auch den chinesischen Partner Changan Automobile, ein Staatsunternehmen. Ford steht in China ohnehin unter Druck, da sein Absatz 2018 mit der Schwäche des weltgrößten Automarktes um 54 Prozent eingebrochen war.

Changan Ford "respektiert die Entscheidung" der chinesischen Behörde, sagte ein Sprecher des US-Autobauers. Das Unternehmen habe gemeinsam mit seinen Händlern "Korrekturmaßnahmen" bei seinen regionalen Verkäufen vorgenommen. Ausländische Autobauer in China müssen ein Joint Venture mit einem chinesischen Unternehmen gründen, um in der Volksrepublik Autos herstellen und verkaufen zu dürfen.

Das Bußgeld fällt mitten in eine Zeit schwerer handelspolitischer Spannungen zwischen den USA und China. In dem seit einem Jahr andauernden Handelskrieg zwischen den beiden größten Volkswirtschaften fürchten in China tätige US-Unternehmen, dass sie zunehmend zwischen die Fronten geraten. In einer jüngsten Umfrage der Amerikanischen Handelskammer AmCham gaben rund 40 Prozent an, dass sie darüber nachdächten, ihre Produktion aus China abzuziehen. 20 Prozent beklagen vermehrte Inspektionen, 19 Prozent eine langsamere Zollabfertigung. 14 Prozent stellten langsamere Genehmigungsprozesse fest - ähnlich viele auch verschärfte Aufsicht.

Quelle: n-tv.de, ftü/dpa/AFP

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