Wirtschaft

Wachstum höher als erwartet Chinas Wirtschaft trotzt Handelsstreit

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Straßenverkehr im Geschäftsviertel von Peking.

picture alliance / Chen Chen/SIP

Mit einem Wachstum von 6,8 Prozent im ersten Quartal ist die chinesische Wirtschaft robust ins neue Jahr gestartet. Für einen Handelskrieg mit den USA wäre das Land laut Ökonomen gerüstet.

Vor dem Hintergrund einer möglichen Eskalation im Handelsstreit mit den USA zeigt Chinas Wirtschaft robustes Wachstum: Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum legte die zweitgrößte Volkswirtschaft im ersten Quartal um 6,8 Prozent zu, wie das Pekinger Statistikamt mitteilte. Damit liegt das Wachstum bislang über dem Jahresziel der Regierung, das mit "rund 6,5 Prozent" angegeben wird. Ökonomen gingen davon aus, dass der Handelskonflikt mit den USA - selbst, wenn er sich zuspitzt- vorerst nur einen geringen Einfluss auf das chinesische Wachstum haben wird.

"Chinas Wirtschaft dürfte beeinträchtigt werden, aber nicht sehr", sagte der Pekinger Wirtschaftsprofessor Hu Xingdou der Deutschen Presse-Agentur. Nach seinen Schätzungen würde selbst ein kompletter Handelsstopp mit den USA oder ein Handelskrieg das Wachstum Chinas nur zwischen 0,3 und 0,6 Prozentpunkte reduzieren.

Da die Wirtschaft des Landes weniger abhängig von Exporten ist, als sie es in der Vergangenheit war, sei die "Anfälligkeit für einen Handelsschock zurückgegangen", stellte auch die US-Ratingagentur Moody's in einem aktuellen Bericht fest. Machten Exporte vor zwölf Jahren laut Zahlen der Weltbank noch rund 37 Prozent der chinesischen Wirtschaftsleistung aus, ist ihr Anteil seit 2016 unter die Marke von 20 Prozent gefallen.

Rund ein Fünftel der chinesischen Ausfuhren geht in die USA. US-Präsident Donald Trump ist das hohe Handelsbilanzdefizit mit China ein Dorn im Auge. Allein im vergangenen Jahr exportierte das Reich der Mitte für 375 Milliarden US-Dollar (303,3 Milliarden Euro) mehr Waren in die USA als umgekehrt. Das Weiße Haus begründet sein scharfes Vorgehen aber auch mit chinesischen Verstößen gegen Urheberrechte und dem Diebstahl von Technologie, wodurch das Ungleichgewicht im Handel noch größer werde. Washington versucht mit seinen Maßnahmen, eine Antwort auf die ehrgeizige chinesische Industriestrategie "Made in China 2025" zu finden, mit der das Reich der Mitte zum weltweiten Technologieführer aufsteigen will.

Institut: Keine fairen Marktbedingungen zwischen China und Europa

Nachdem die USA 25-prozentige Strafzölle auf Importe aus China im Wert von 50 Milliarden Dollar angekündigt hatten, konterte China mit Strafabgaben in gleicher Höhe auf Einfuhren aus den USA. Trump legte nach, indem er weitere Strafzölle auf Einfuhren von 100 Milliarden US-Dollar plant. Während die USA mit vor allem auf Technologieprodukte auf China zielt, nimmt Peking mit seinen Zöllen auch US-Landwirte ins Visier - Trumps Kernwählerschaft.

Derweil warnte das China-Institut Merics in Berlin, die Spannungen der beiden größten Volkswirtschaften könnten sich auch auf chinesische Investitionen in Europa auswirken. Als Folge der konfrontativen Handels- und Investitionsbeziehung zu den USA könnten chinesische Firmen künftig noch stärker in Europa auf Einkaufstour gehen und dabei vor allem Technologiefirmen ins Visier nehmen, heißt es in einer Studie von Merics und der US-Beratungsgesellschaft Rhodium Group.

Dies sei bedenklich, da es zwischen China und Europa immer noch keine fairen Marktbedingungen gebe: "Während chinesische Investoren dieselben Rechte auf dem europäischen Markt besitzen wie europäische Firmen, beschränkt China weiterhin in vielen Sektoren den Marktzugang für ausländische Firmen." Europa müsse mehr Druck auf China ausüben und sich mit Partnern abstimmen, um die Probleme zu lösen.

Quelle: n-tv.de, wne/dpa

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