Wirtschaft

Airbnb-Buchungen springen an Chinesen reisen wieder

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Airbnb-Chef Brian Chesky bleibt optimistisch, "unabhängig davon, wie lange der Sturm andauert".

(Foto: REUTERS)

Es ist nur ein kleiner Lichtstreif am Horizont für die gebeutelte Reisebranche, aber er macht Hoffnung: Nach der Lockerung der Corona-Beschränkungen buchen die Chinesen im Inland wieder verstärkt Ferienwohnungen. Es könnte ein Hinweis darauf sein, wie es in anderen Ländern weitergeht.

Die Chinesen gehen nach der Lockerung der Corona-Beschränkungen wieder verstärkt auf Reisen. Laut dem Online-Zimmervermittler Airbnb stieg die Zahl der Inlandsbuchungen in der Volksrepublik in der ersten Aprilhälfte um mehr als 200 Prozent im Vergleich zur ersten Märzwoche.

Die Analysefirma AirDNA bestätigt den Trend: Ihren Daten zufolge nahm die Zahl der Buchungen für die Woche vom 13. April in zehn großen chinesischen Städten wie Schanghai und Guangzhou um fast 80 Prozent zu. Das ist eine deutliche Steigerung, allerdings immer noch nur etwa halb so viel wie Anfang Januar, vor dem raschen Ausbruch der Epidemie.

Die AirDNA-Daten zeigen auch, dass der tägliche Durchschnittspreis für Ferienunterkünfte in China ab Mai auf dem Niveau von 2019 liegt. Laut der Analysefirma bieten Airbnb-Besitzer online keine großzügigen Rabatte an, um Reisende anzulocken, so wie es Hotels in der Regel tun.

Die Corona-Pandemie macht der Tourismus-Industrie weltweit schwer zu schaffen: Auch Airbnb treffen die weltweiten Reisebeschränkungen und Ausgangssperren hart. Beobachter rechnen damit, dass der Ferienwohnungsvermittler in diesem Jahr Verlust schreiben wird. Die Entwicklung in China wird deshalb genau beobachtet. Sie könnte einen Hinweis darauf liefern, wie es in anderen Ländern mit der Tourismusbranche weitergehen könnte.

Milliarden-Finanzspritze in der Corona-Krise

Eigentlich wollte die Vermittlungsplattform aus San Francisco in diesem Jahr an die Börse gehen. Anfang des Monats hat Airbnb sich wegen der Corona-Krise erstmal mit zwei Deals Kredite in Höhe von insgesamt zwei Milliarden US-Dollar von institutionellen Investoren besorgt. Das Unternehmen gibt sich dennoch zuversichtlich: "Alle Maßnahmen, die wir in den vergangenen Wochen ergriffen haben, stellen sicher, dass Airbnb noch stärker aus der Coronavirus-Krise hervorgehen wird, unabhängig davon, wie lange der Sturm andauert", erklärte Mitbegründer und CEO Brian Chesky .

Abgesehen von China ist jedoch noch kein Hoffnungsschimmer in Sicht, Angebot und Nachfrage klaffen bei Airbnb weit auseinander. Die Reiseplattfdorm hat mit kolossalen Umsatzeinbrüchen zu kämpfen. In Deutschland allein büßte die Plattform innerhalb von zwei Monaten rund 60 Prozent ihrer Einnahmen ein, wie das Portal Business Insider von der Analysefirma AirDNA erfuhr. Lag der Umsatz mit der Online-Zimmervermittlung in der Woche ab dem 16. Februar noch bei 31 Millionen Euro, sank er in der Woche ab dem 12. April auf rund 12,4 Millionen Euro. Die Situation der Plattform und der deutschen Gastgeber hat sich damit weiter verschlechtert. Die Sorge, dass Gastgeber von der Plattform abwandern, regulär vermieten oder Pleite gehen, wächst.

Fondsmanager Paul Maguire von Iron Edge VC sieht die Chancen für Airbnb, zügig aus der Corona-Starre zu erwachen, dennoch positiv. "Wenn wir 'grünes Licht' erhalten und Sie bereit sind, sich in andere Städte zu wagen, wo wollen Sie dann absteigen? Sie würden sich doch eher für eine Ferienunterkunft entscheiden, als in ein großes Marriott mit Hunderten von Fremden einzuchecken." Iron Edge VC will seine Anteile auf dem Sekundärmarkt aufstocken.

Quelle: ntv.de, ddi/rts/DJ