Wirtschaft

Ratingagentur reagiert auf Trump Chinesen zweifeln an US-Finanzkraft

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Im Wettbewerb mit Moody's, Standard&Poor's und Fitch: Blick in den Eingangsbereich der Dagong-Zentrale in Peking.

(Foto: REUTERS)

Tiefschlag am US-Anleihenmarkt: In Peking stuft eine Ratingagentur die Kreditwürdigkeit der Vereinigten Staaten schlechter ein. Die USA kommen in der Benotung der Chinesen ab sofort nur noch auf ein "BBB+". Die Analysten verweisen auf Trumps Steuerreform.

Die chinesische Ratingagentur Dagong stuft die Kreditwürdigkeit der USA wegen der steigenden Staatsverschuldung herab. Die Bonitätsnote werde von "A-" auf "BBB+" zurückgenommen, teilte Dagong in Peking mit. Den Ausblick für das US-Rating setzten die Dagong-Analysten auf "negativ". Mittelfristig ist damit eine weitere Herabstufung nicht ausgeschlossen.

Die chinesische Ratingagentur begründet ihren Schritt mit den "massiven Steuersenkungen" in den USA. Diese schwächten die Fähigkeit der Regierung in Washington, D.C., ihre Schulden zurückzuzahlen, hieß es.

US-Präsident Donald Trump hatte im Dezember ein Paket von Steuersenkungen unterzeichnet, das die US-Staatsverschuldung aufgrund von Einnahmeausfällen Schätzungen zufolge kräftig erhöhen dürfte. Derzeit beläuft sich die Schuldenlast im US-Staatshaushalt auf etwa 20 Billionen Dollar (rund 16,349 Billionen Euro). In den kommenden zehn Jahren rechnen Haushaltsprüfer damit, dass der Schuldenberg aufgrund der Steuersenkungen um weitere 1,4 Billionen Dollar steigen dürfte.

Wann die USA damit beginnen, ihre gewaltigen Außenstände zurückzufahren, ist noch offen. Die Ratingagenturen Fitch und Moody's bewerten die Kreditwürdigkeit der USA weiter mit der Höchstnote "AAA", während Analysten von S&P die Bonität der USA seit 2011 nur noch mit "AA+" einstufen. Schwieriger dürfte es für den US-Etat werden, wenn das allgemeine Zinsniveau langfristig ansteigt und die Aufgaben für den Schuldendienst ansteigen.

Risiko Staatsverschuldung

China ist einer der größten Gläubiger der USA und kauft regelmäßig in großem Stil US-Staatsanleihen auf. Das Land hält Fremdwährungsreserven im Wert von rund drei Billionen Dollar und hütet damit den größten Devisenschatz der Welt. Im Oktober entfielen allein 1,19 Billionen Dollar der von der Volksrepublik gehaltenen Anlagen auf US-Staatsanleihen.

Zuletzt hatten Gerüchte um eine künftige Zurückhaltung beim Kauf von US-Staatsanleihen dazu geführt, dass die Renditen am Bond-Markt deutlich anzogen. Schon jetzt zieht der Anleihenmarkt wieder mehr Geld an: Kurzlaufende US-Schuldscheine mit einer Laufzeit von zwei Jahren werden derzeit wieder mit mehr als 2,0 Prozent verzinst.

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Quelle: n-tv.de, mmo/rts

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