Wirtschaft

Dank guter Kontakte zum IranChinesische Schiffe passieren Straße von Hormus

31.03.2026, 14:26 Uhr
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Eigentlich nicht befahrbar: Die Straße von Hormus ist seit Beginn des Krieges blockiert, nur vereinzelt können Schiffe das Nadelöhr des Welthandels passieren. (Foto: picture alliance/dpa/AP)

Die Straße von Hormus ist seit Wochen kaum befahrbar. China stellt das vor Probleme, weil das Land große Mengen Energie aus der Region bezieht. Der Angriff der USA auf den Iran könnte China aber auch langfristig einen Strich durch die geopolitische Rechnung machen.

Peking hat die Fahrt von drei chinesischen Schiffen durch die Straße von Hormus bestätigt. Die Schiffe hätten die Route "kürzlich" und nach Abstimmung mit allen Seiten passiert, sagte Außenamtssprecherin Mao Ning in Peking.

Weiter erklärte Mao, die Straße von Hormus und ihre angrenzenden Gewässer seien wichtige Handelswege für Güter und Energie. China rufe dazu auf, schnellstmöglich einen Waffenstillstand zu erreichen und die Stabilität im Persischen Golf wiederherzustellen. Nähere Angaben zu den Schiffen und ihrer Fracht machte sie nicht.

Zuvor hatte es in Medienberichten unter Berufung auf Schifffahrtsdaten geheißen, dass Containerschiffe, die zur chinesischen Staatsreederei Cosco gehörten, die Straße von Hormus passiert hätten. Die Angriffe der USA und Israels auf den Iran hatten die wichtige Handelsroute nahezu vollständig blockiert. Durch sie werden Waren und Rohstoffe wie Öl transportiert, das China in großen Mengen aus dem Iran importiert.

Chinas Achillesferse heißt Iran

Zuletzt wurde spekuliert, ob bei der US-Beteiligung am Angriff auf den Iran auch Chinas Energieabhängigkeit eine Rolle spielen könnte. Die US-Regierung sieht die Volksrepublik als strategischen Rivalen, dessen globalen Einfluss sie eingrenzen will. China nimmt 80 Prozent der iranischen Öl-Ausfuhren ab, was einen Anteil von rund 14 Prozent an den chinesischen Ölimporten auf dem Seeweg ausmacht. Aus der Golfregion importiert das Land sogar rund die Hälfte seines Öls, die Straße von Hormus ist damit eine Achillesferse der chinesischen Energiepolitik.

Der Iran bildet einen wichtigen Ankerpunkt der chinesischen Geopolitik. Die Volksrepublik plant für die nächsten 25 Jahre rund 400 Milliarden Dollar an Investitionen in iranische Öl- und Gasanlagen, sowie in die Verkehrsinfrastruktur des Landes. Das Geld fließt im Rahmen der "Belt-and-Road-Initiative", auch als neue Seidenstraße bekannt. Im Gegenzug erhält China das mit westlichen Sanktionen belegte iranische Öl zu Vorzugspreisen.

China will sich von US-dominierten Seewegen unabhängig machen. Dafür soll der Hafen Chabahar, der außerhalb der Straße von Hormus liegt, ausgebaut und Iran an Chinas West-Ost-Pipeline angeschlossen werden. Der Iran bilde das Fundament von Chinas landgestützter Handelsstrategie, erklärt Eldaniz Gusseinov von der Istanbuler Ibn-Chaldun-Universität. "Gelingt es den USA, Teheran zur Kooperation zu zwingen, wird Chinas landgestützte Strategie ohne amerikanisches Einverständnis faktisch unbrauchbar."

Quelle: ntv.de, pte/dpa

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