Deutlicher GewinnsprungChip-Riese TSMC setzt Höhenflug fort

Als wichtigster Auftragsfertiger für Nvidia, Apple und AMD sitzt TSMC an einer Schlüsselstelle des KI-Booms. Die Nachfrage übersteigt trotz milliardenschwerer Ausbaupläne die vorhandenen Kapazitäten. Nun wird bereits über ein weiteres US-Werk spekuliert.
Der wachsende Bedarf an hochmodernen KI-Prozessoren verhilft dem weltgrößten Chip-Auftragsfertiger TSMC zum sechsten Rekordquartalsgewinn in Folge. Das Nettoergebnis der vergangenen drei Monate sei um 69 Prozent auf umgerechnet 21,02 Milliarden Euro gestiegen, teilte der taiwanische Konzern mit. Analysten hatten mit einem rund 500 Millionen Euro niedrigeren Ergebnis gerechnet. Vergangene Woche hatte TSMC einen Umsatzsprung von 50 Prozent auf einen Höchststand von 41,66 Milliarden Euro bekannt gegeben.
Ein Ende dieser Entwicklung ist nicht in Sicht. TSMC arbeitet wegen des Booms bei Künstlicher Intelligenz (KI) an der Kapazitätsgrenze. Daher will das Unternehmen, das den weltgrößten Chipkonzern Nvidia und den iPhone-Anbieter Apple zu seinen Kunden zählt, im laufenden Jahr umgerechnet 52 bis 56 Milliarden Euro für den Ausbau seiner Fertigungsanlagen aufwenden. Teil der Expansionspläne ist ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem japanischen Elektronikkonzern Sony zur Entwicklung von Bildsensoren für Smartphones.
Mittelfristig investiert der wertvollste börsennotierte Konzern Asiens insgesamt 265 Milliarden Dollar in neue Werke im US-Bundesstaat Arizona. Wegen der rasant wachsenden Nachfrage dürfte dies nicht ausreichen, schrieb Analyst Charlie Chan von der Bank Morgan Stanley. Insidern zufolge erwägt TSMC daher den Bau einer weiteren Anlage in Texas. Dem Milliardär Elon Musk zufolge könnte der taiwanische Konzern einen Teil der von ihm dort geplanten Mega-Chipfabrik "Terafab" anmieten.
TSMC fertigt Chips für Unternehmen wie Nvidia, AMD und Broadcom - was bedeutet, dass es "im Zentrum des KI-Ökosystems steht", erklärte Zavier Wong, Marktanalyst bei eToro.