Wirtschaft

"Prekäre Situation" Commerzbank hat Ärger mit Finanzinvestor

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Der Finanzinvestor Cerberus fordert zwei Sitze im Aufsichtsrat der Commerzbank.

(Foto: REUTERS)

Bei der heutigen Aufsichtsratssitzung der Commerzbank dürfte es jede Menge Gesprächsstoff geben. Denn der Großaktionär Cerberus ist mit der Leistung der Konzernführung alles andere als zufrieden. Der Finanzinvestor fordert mehr Macht, um seine Vorstellungen umzusetzen.

Der Finanzinvestor Cerberus hat eine Revolte bei der Commerzbank gestartet. In einem Brief an den Aufsichtsrat, der mehreren Medien vorliegt, forderte Cerberus einen Kurswechsel: "Die prekäre Situation der Commerzbank erfordert jetzt schnelles und entschlossenes Handeln." Es sei an der Zeit, neue Ideen und Energie einzubringen, damit das Institut in eine bessere Zukunft gehen könne.

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Die Commerzbank war im ersten Quartal in die Verlustzone gerutscht, zahlt keine Dividende an ihre Aktionäre und kommt mit ihren Plänen für den Konzernumbau schleppend voran. Cerberus hält seit Mitte 2017 fünf Prozent an dem Geldhaus. Der Investor geht davon aus, dass sich seinen Forderungen weitere Anleger anschließen. Heute tagt der Aufsichtsrat der Commerzbank.

"Der Vorstand und die Aufsichtsräte haben es versäumt, wesentliche operative und technologische Maßnahmen umzusetzen", monierte Cerberus. Das Institut habe "konstruktive Vorschläge" ignoriert, die eine Wertsteigerung zur Folge gehabt hätten. In mehr als 70 Treffen mit dem Aufsichtsrat und Commerzbank-Chef Martin Zielke habe Cerberus Vorschläge gemacht, wie die künftige Strategie des Geldhauses aussehen könne. "Es ist offensichtlich, dass weder unsere Bedenken oder Anregungen noch die anderer Großaktionäre vom Management der Commerzbank berücksichtigt oder aufgegriffen wurden." Cerberus verlangt eine Antwort bis Freitag. Eine Commerzbank-Sprecherin lehnte es ab, einen Kommentar abzugeben.

Fusion gescheitert

Um künftig mehr Schlagkraft zu haben, will Cerberus nun zwei Sitze im Kontrollgremium der Bank einnehmen. "Dies wird helfen, die drängenden Herausforderungen anzugehen, vor denen das Unternehmen steht", hieß es in dem Brief. Cerberus hatte im vergangenen Jahr die Pläne für eine Fusion mit der Deutschen Bank unterstützt. An ihr hält der Finanzinvestor gut drei Prozent. Das Vorhaben war gescheitert, nun versuchen beide Institute durch Umbaumaßnahmen wieder auf ein sicheres Fundament zu kommen.

An der Commerzbank sind unter anderem die Fondsgesellschaft Blackrock mit gut drei Prozent sowie die Investmentgesellschaft Capital Group mit mehr als fünf Prozent beteiligt. Seit einer milliardenschweren Rettungsaktion während der Finanzkrise ist der Bund mit gut 15 Prozent größter Einzelaktionär der Commerzbank.

Quelle: ntv.de, jga/rts