Wirtschaft

Neuer AktienrückkaufCommerzbank reicht Gewinn komplett an Aktionäre weiter

10.02.2026, 14:11 Uhr
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Angesichts der gut laufenden Geschäfte bei der Coba dürfte das Interesse der UniCredit an dem Geldhaus nicht kleiner werden - nur teurer. (Foto: picture alliance / Sipa USA)

Die Commerzbank steckt erhebliche Summen in den Konzernumbau. Doch die Kosten können vom Tagesgeschäft aufgefangen werden und knabbern nicht am Gewinn. Den wollen die Frankfurter über eine deutlich höhere Dividende vollständig ausschütten.

Die Commerzbank hat im vergangenen Jahr trotz Restrukturierungskosten den Gewinn stabil gehalten und schüttet diesen wie angekündigt komplett an die Aktionäre aus. Der Nettogewinn habe bei 2,63 Milliarden Euro gelegen, teilte die Bank mit. Ohne die Kosten für den Umbau des Instituts wären es drei Milliarden Euro gewesen, 13 Prozent mehr als 2024 und so viel wie nie zuvor. "2025 war für die Commerzbank ein sehr erfolgreiches Geschäftsjahr, und wir möchten unsere Investoren an diesem Erfolg teilhaben lassen", sagte Vorstandschefin Bettina Orlopp.

Die Dividende soll um gut zwei Drittel auf 1,10 (0,65) Euro je Aktie steigen. Zudem will die Commerzbank von Freitag an bis zum 26. März eigene Aktien im Wert von 540 Millionen Euro zurückkaufen. Es ist der sechste Rückkauf seit 2023. Zusammen mit dem vorherigen, eine Milliarde Euro schweren Rückkaufprogramm, das im Dezember abgeschlossen wurde, erfüllt die Bank damit ihr Versprechen, den bereinigten Gewinn von 2,7 Milliarden Euro komplett an die Aktionäre auszuschütten.

Die Führung der Commerzbank stemmt sich mit Unterstützung der Bundesregierung gegen eine Übernahme durch UniCredit. Inzwischen hält die italienische Bank mehr als 26 Prozent der Coba-Papiere und hat sich Zugriff auf weitere drei Prozent gesichert. Zu mehr als zwölf Prozent ist zudem weiter der Bund beteiligt, der die Bank in der Finanzkrise gerettet hatte. Beide profitieren nun ebenso wie die übrigen Aktionäre von der höheren Ausschüttung.

Orlopp ist zum Erfolg verdammt. Je höher der Aktienkurs, desto schwieriger ist es für den ungeliebten Großaktionär UniCredit, die Commerzbank zu übernehmen. Die Bank ist an der Börse rund 40 Milliarden Euro wert.. Doch UniCredit-Chef Andrea Orcel hatte sich unlängst betont gelassen gegeben. Wenn eine Komplettübernahme nicht gelinge, "haben wir genügend anderes zu tun", sagte er.

Um die Attacke der italienischen Großbank abzuwehren, hatte sich der Commerzbank-Vorstand ehrgeizige Renditeziele und höhere Dividenden vorgenommen. Zudem will die Bank bis Ende 2027 etwa 3.900 Vollzeitstellen streichen, 3.300 davon in Deutschland. Dafür hatte der Konzern einmalig Kosten von 700 Millionen Euro veranschlagt.

Im Kampf gegen die Italiener braucht die Commerzbank im nächsten Jahr einen neuen Risikovorstand. Der Österreicher Bernd Spalt, der das Amt erst vor gut zwei Jahren angetreten hatte, wolle seinen bis Ende dieses Jahres laufenden Vertrag nicht verlängern und nach Wien zurückkehren, teilte der Aufsichtsrat mit. Der vormalige Chef der Erste Group Bank führte "ausschließlich persönliche Gründe" und Verantwortung gegenüber seiner Familie für seinen Abschied aus Frankfurt an.

Quelle: ntv.de, jwu/rts/dpa

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