Wirtschaft

Verluste nach Konzernumbau Commerzbank verdient weniger

imago93805000h.jpg

Die Commerzbank muss nach der Restrukturierung einen großen Verlust hinnehmen.

(Foto: imago images/rheinmainfoto)

Mit dem teuren Konzernumbau im Rücken fährt die Commerzbank sinkende Gewinne ein. Im vierten Quartal rutscht das Ergebnis sogar in die rote Zahlen. Aktionäre sollen sich mit einer gekürzten Dividende abfinden. Coba-Chef Zielke verbreitet Optimismus.

Eine höhere Steuerlast und Restrukturierungsaufwendungen für den Konzernumbau haben der Commerzbank im vierten Quartal 2019 ein neues Minus beschert. Im Gesamtjahr sank der Gewinn deutlich, allerdings nicht so stark wie von Analysten befürchtet.

Für den Zeitraum von Oktober bis Dezember meldete die Commerzbank einen Nettoverlust von 54 Millionen Euro nach einem Gewinn von 113 Millionen im Vorjahreszeitraum. Analysten hatten in einem von der Bank selbst zusammengestellten Konsens mit einem Fehlbetrag von 99 Millionen Euro gerechnet. Operativ stieg das Ergebnis um 4,5 Prozent auf 250 Millionen Euro und war damit höher als erwartet. Im Gesamtjahr sackte der Nettogewinn der Commerzbank um ein Viertel auf 644 Millionen Euro ab.

Je Aktie verdiente die Commerzbank 51 Cent. Die vergleichsweise magere Entwicklung hat Folgen für die Ausschüttungspolitik. Laut Vorschlag des Vorstands sollen Aktionäre mit 15 Cent eine um 5 Cent gekürzte Dividende erhalten.

Zielke gibt sich optimistisch

Die Commerzbank erlebt derzeit eine grundlegende Neuausrichtung: Erst im September hatte Deutschlands zweitgrößtes privates Kreditinstitut ein neues Strategieprogramm aufgelegt, das einen Abbau von netto 2300 Stellen und die Schließung von 200 Filialen umfasst.

Der Chef der Bank zeigt sich mit dem Verlauf der Sparbemühungen recht zufrieden: "Wir haben das Geschäftsjahr mit einem besseren operativen Ergebnis abgeschlossen als zwischenzeitlich erwartet", sagte Vorstandschef Martin Zielke. Die Commerzbank komme beim Konzernumbau schneller voran als geplant. "Das stimmt mich mit Blick auf unsere Renditeerwartung optimistischer, als ich es im vergangenen Herbst war."

*Datenschutz

Unter dem Druck der niedrigen Zinsen, dem harten Wettbewerb und den sich verschlechternden Konjunkturaussichten hatte Zielke Ende September unter anderem den konzernweiten Stellenabbau, die Schließung von 200 der insgesamt 1000 Filialen, die Übernahme der Online-Tochter Comdirect sowie den Verkauf der polnischen Tochter mBank angekündigt. Insidern zufolge gab es zuletzt aber nur noch einen aussichtsreichen Bieter für die mBank, nachdem sich andere potenzielle Käufer aus Furcht vor einer Einmischung der Regierung in Warschau zurückgezogen haben.

Quelle: ntv.de, sgu/DJ/rts