Wirtschaft
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Donnerstag, 11. Oktober 2018

Konzern zückt den Rotstift: Conti stellt Werke auf den Prüfstand

Zweimal hat der Autozulieferer Continental in diesem Jahr die Prognose kassieren müssen. In der Folge will das Unternehmen nun effizienter werden. Dabei sind Werksschließungen kein Tabu - auch, um eine Sparte auf Börsentauglichkeit zu trimmen.

Der Autozulieferer Continental erwägt harte Einschnitte, um das Geschäft nach der zweiten Gewinnwarnung in diesem Jahr zu stärken. "Klar ist, dass wir in einigen Bereichen Restrukturierungsmaßnahmen in Betracht ziehen müssen", sagte der Konzernchef Elmar Degenhart der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Es sei denkbar, dass Standorte geschlossen würden. "Wir haben auch in der jüngsten Vergangenheit global schon zu diesem letzten Mittel gegriffen. Ich schließe das auch in der aktuellen Lage nicht grundsätzlich aus."

Besonders im Fokus steht in den kommenden Monaten die Antriebssparte Powertrain, für die Conti im Zuge des geplanten Konzernumbaus von Mitte 2019 an einen Börsengang avisiert. Nachdem die Sparte 2017 eine operative Rendite von 6,5 Prozent erreicht hatte, werde sie 2018 wieder leicht zurückfallen, so Degenhart. "Wir werden das aber nutzen, um Anlauf zu nehmen und verstärkt auf das geplante Renditeniveau von 8 Prozent Ebit-Marge hinzuarbeiten." Continental beschäftigt Ende Juni nach eigenen Angaben weltweit mehr als 243.000 Mitarbeiter.

Degenhart äußert sich auch zur Frage nach einer Zellfertigung in Deutschland. "Wir schließen eine solche Investition nicht aus, müssen aber als erstes von der nächsten Generation der Technik überzeugt sein, der Festkörpertechnologie", so der Manager. Außerdem brauche Conti ein rentables Geschäftsmodell sowie wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen wie vor allem niedrige Stromkosten. "Da hat Deutschland nicht die beste Position", sagte er. Für den möglichen Bau einer solchen Fabrik brauche man Partner, wobei Degenhart einen Autohersteller wie Volkswagen wegen programmierter Interessenkonflikte ausschließe. "Eine Entscheidung wird erst nach 2020 fallen."

Quelle: n-tv.de