Wirtschaft

Koffeinbedarf im Lockdown Corona macht den Kaffee teurer 

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In Brasilien startet die Kaffee-Ernte im Mai.

(Foto: REUTERS)

In Zeiten von Ausgangsbeschränkungen, Lockdown und Homeoffice stocken Verbraucher und Supermärkte weltweit ihre Koffeinvorräte auf. Der Preis für Kaffeebohnen steigt deshalb kräftig.

Während hierzulande in der Corona-Pandemie vor allem Toilettenpapier gehortet wird, decken sich weltweit Menschen mit Kaffee ein - und das lässt den Preis für den Rohstoff kräftig steigen. Wie die "Financial Times" (FT) berichtet, müssen sich Kaffeeröster derzeit mächtig ins Zeug legen, da Verbraucher ihre Koffeinvorräte aufstocken. Doch nicht nur die hohe Nachfrage ist eine Herausforderung. Zugleich sorgen die Lockdown-Maßnahmen vieler Länder dafür, dass die Lieferungen schwieriger werden.

Brasiliens zweitgrößte Kooperative Minasul ging der Zeitung zufolge zunächst davon aus, in diesem Jahr rund 400.000 Säcke, mit jeweils 60 Kilogramm Kaffeebohnen gefüllt, zu verschiffen. Doch schon im März haben die Bestellungen diese Marke überschritten. Die Kooperative rechnet nun damit, 2020 mehr als 800.000 Säcke zu verschiffen, das ist mehr als doppelt so viel wie im vergangenen Jahr. "Wir haben eine große Nachfrage, vor allem aus Europa. Auch in den Supermärkten in den USA. Sie wollen ihre Lager wieder auffüllen", sagte Kooperative-Chef José Marcos Magalhaes der FT.

Brasilien im Fokus

Als zu Beginn der Corona-Krise Cafés in China schlossen, ging es für die Kaffeepreise zunächst abwärts. Doch mittlerweile hat sich diese Entwicklung umgekehrt: Röster wie Nestlé, JAB und Lavazza sichern derzeit ihren Nachschub. Seit Anfang Februar ist an der Terminbörse in New York der Preis für Arabica-Kaffee um 20 Prozent gestiegen. Damit gehört Kaffee zu den Rohstoffen, die am kräftigsten zugelegt haben. Zur Einordnung: Öl hat sich um rund 40 Prozent verbilligt.

Und wie geht es weiter? Das hängt von der nahenden Ernte in Brasilien und Kolumbien ab. In Brasilien startet sie im Mai, es wird eine Ernte auf Rekordniveau erwartet. Bereits Ende April geht es in Kolumbien los. Analysten erwarten, dass die Preise in nächster Zeit stark schwanken werden - bis sich herausstellt, ob trotz der Virus-Krise die Bohnen in Brasilien tatsächlich gepflückt, verarbeitet und exportiert werden können. Denn der Höhepunkt der Pandemie wird dort erst in einigen Wochen erwartet und damit mitten in der Erntezeit.

Quelle: ntv.de, jga