Wirtschaft

Dividende soll trotzdem steigen Coronavirus macht BASF zu schaffen

BASF reiht sich bei den Unternehmen ein, die vor den Folgen der Epidemie für das eigene Geschäft warnen. Eine lahmende Autobranche und die Handelskonflikte belasten zusätzlich. Der Ausblick des weltgrößten Chemiekonzerns verspricht keine schnelle Entspannung.

BASF-Chef Martin Brudermüller warnt vor weltweiten Belastungen für die Wirtschaft durch das neuartige Coronavirus. "Nicht nur in China, sondern weltweit werden wir Auswirkungen sehen durch unterbrochene Lieferketten, die zu Produktionsausfällen führen werden", sagte Brudermüller ntv. Das Weltwirtschaftswachstum dürfte sich 2020 auf zwei Prozent von 2,6 Prozent im vergangenen Jahr abschwächen. Für BASF seien die ersten zwei Monate dieses Jahres "sehr herausfordernd" gewesen.

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"Wir spüren natürlich das Coronavirus, vorwiegend in unserem Geschäft in China." Die Nachfrage der Kunden sei sehr verhalten. Seit 17. Februar laufe der Betrieb in China wieder in den wesentlichen Anlagen, aber noch nicht mit voller Kapazität. In Deutschland sieht Brudermüller den Konzern für eine weitere Ausbreitung des Virus gut gerüstet. Das Unternehmen habe einen Pandemieplan, der medizinische, hygienische und organisatorische Maßnahmen umfasst. "Noch läuft aber alles normal seinen Gang. Unser Krisenteam tagt jeden Tag."

Dividende soll trotzdem steigen

Bei der Vorlage der Jahreszahlen rechnet BASF vor allem im ersten und zweiten Quartal mit negativen Effekten. Zudem erwarte Brudermüller nicht, "dass die Corona-Effekte im Jahresverlauf vollständig ausgeglichen werden können". Dennoch will BASF im laufenden Jahr nach einem Umsatzrückgang 2019 wieder zulegen. Die Erlöse sollen auf 60 Milliarden bis 63 Milliarden Euro steigen - nach 59,3 Milliarden Euro im vergangenen Jahr.

Für das vergangene Jahr will BASF trotz eines Rückgangs des operativen Gewinns etwas mehr Geld an die Aktionäre ausschütten als erwartet. Die Dividende soll um 10 Cent auf 3,30 Euro je Aktie steigen. Der Gewinn nach Steuern und Minderheiten kletterte 2019 im Jahresvergleich um knapp 80 Prozent auf 8,4 Milliarden Euro. Allerdings war hier ein Buchgewinn aus der Dekonsolidierung der Öl- und Gastochter Wintershall von rund 5,7 Milliarden Euro enthalten.

2019 sei ein herausforderndes Jahr gewesen, sagte Brudermüller. Die Handelskonflikte zwischen den USA und China wirkten negativ, wichtige Absatzmärkte entwickelten sich langsamer. Verstärkt worden sei dies durch Unsicherheiten wegen des Brexits. Die Industrie- und Chemie­produktion sei langsamer gewachsen als erwartet.

Beschleunigung von Jobabbau

Zudem sei die Nachfrage aus wichtigen Kundenbranchen deutlich zurückgegangen, vor allem aus der Automobilindustrie. Der Umsatz sank 2019 um 1,5 Prozent auf 59,3 Milliarden Euro. Für den Rückgang waren vor allem niedrigere Preise in dem Geschäft mit Chemicals und Materials verantwortlich. Zum ersten Segment gehören die Basischemikalien, im zweiten bündelt BASF das Geschäft mit Kunststoffen. Hier belasteten insbesondere niedrigere Verkaufspreise beim Kunststoff-Vorprodukt Isocyanate aufgrund von Überkapazitäten.

Um den Konzern durch schlankere Strukturen und einfachere Abläufe profitabler zu machen, setzte der seit fast zwei Jahren amtierende Brudermüller Ende 2018 ein Sparprogramm auf. Dazu gehören auch Stellenstreichungen. Den Sparkurs habe BASF beschleunigt, sagte Brudermüller. Nun soll der geplante Abbau von 6000 Stellen bereits Ende 2020 erreicht werden und damit ein Jahr früher als geplant. Im vergangenen Jahr baute BASF weltweit bereits 3100 Stellen ab.

Quelle: ntv.de, jki/dpa/rts