Wirtschaft

Nachfrage sprengt Möglichkeiten Covestro: "Wir sind ausverkauft"

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Covestro verbucht ein Umsatzwachstum von mehr als 80 Prozent.

(Foto: REUTERS)

Beim Chemiekonzern Covestro laufen die Maschinen praktisch heiß. Das Unternehmen produziert beinahe am Limit. Zudem kann es deutlich höhere Preise durchsetzen. Insgesamt laufen die Geschäfte sogar über Vorkrisenniveau.

Der Chemiekonzern Covestro rechnet nach einem starken zweiten Quartal mit einer Fortsetzung der geschäftlichen Dynamik auch in der zweiten Jahreshälfte. "Das sind jetzt nicht nur Nachholeffekte nach dem Corona-Jahr 2020, sondern wir sehen ein sehr gutes anhaltendes Niveau", sagte Finanzvorstand Thomas Toepfer. Die Nachfrage aus allen Abnehmerbranchen sei hoch. Das Preisniveau werde in den nächsten Monaten höher ausfallen als zunächst gedacht, sagte Toepfer. Aus diesem Grund habe man im Juli auch die Gewinnprognose erhöht.

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Im Zeitraum April bis Ende Juni verzeichnete der Hersteller von Kunststoffen und Beschichtungen auf Jahressicht einen Umsatzsprung von 84 Prozent auf 3,9 Milliarden Euro. 300 Millionen Euro trug das Anfang April übernommene DSM-Geschäft mit nachhaltigen Beschichtungsharzen (RFM) dazu bei, aber auch ohne dieses zusätzliche Geschäft hat Covestro damit das Vorkrisenniveau von 2019 übertroffen, wie Toepfer sagte. "Wir können im Prinzip sagen, dass wir ausverkauft sind und das schon seit dem vierten Quartal letzten Jahres."

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Allein im abgelaufenen Quartal steigerte Covestro den Absatz um 35 Prozent, zugleich konnten 46 Prozent höhere Preise bei den Abnehmern durchgesetzt werden - und damit mehr als die Verteuerung der Rohstoffe. Knappheiten bei der Rohstoffversorgung seien für Covestro kein limitierender Faktor gewesen, sagte Toepfer. Die Verbundstruktur habe sich wieder bewährt. Beschränkend wirkten nur die Produktionskapazitäten, hier gebe es wenig Potenzial nach oben. Die Mengenziele - plus 10 bis plus 15 Prozent - für 2021 hatte Covestro deshalb anders als die Gewinnprognose im Juli nicht angehoben.

Wie damals mitgeteilt, verbesserte sich das operative Ergebnis (Ebitda) zwischen April und Juni um mehr als das Sechsfache auf 817 Millionen Euro. Darin ist eine einmalige Belastung von 35 Millionen Euro aus der erstmaligen Konsolidierung von Resins & Functional Materials (RFM) enthalten. Im dritten Quartal rechnet das Unternehmen nun mit 760 Milliarden bis 860 Millionen Euro Ebitda. Im Gesamtjahr sollen es 2,7 Milliarden bis 3,1 Milliarden Euro werden. Covestro hat seine Prognose schon zwei Mal in diesem Jahr erhöht.

Quelle: ntv.de, jwu/DJ

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