Wirtschaft

Ohne neue Einsparungen zum Ziel Covestro sieht sich auf Kurs

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Das operative Ergebnis soll bei Covestro nun am oberen Ende der bisherigen Spanne liegen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Der Chemiekonzern Covestro registriert eine überraschend robuste Erholung von der ersten Corona-Welle. Sollte ein Lockdown ausbleiben, ist die angehobene Prognose realistisch, wie es nach neun Monaten des Geschäftsjahres heißt.

Der Kunststoffkonzern Covestro blickt trotz steigender Corona-Infektionszahlen zuversichtlich auf das restliche Jahr. "Wir sind gut ins vierte Quartal gestartet, wir glauben fest daran, dass wir unsere angehobene Prognose erreichen können", sagte Finanzchef Thomas Toepfer. Das gelte allerdings unter dem Vorbehalt, dass es nicht zu einem massiven Lockdown komme - diesen erwarte der Vorstand allerdings nicht. Angesichts der bestehenden hohen Unsicherheit liege der Fokus weiter auf striktem Kostenmanagement. Zusätzliche Sparmaßnahmen seien aber nicht geplant, betonte der Finanzchef.

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Das Leverkusener Unternehmen hatte bereits Anfang des Monats vorläufige Zahlen für das dritte Quartal veröffentlicht und angesichts einer über den Erwartungen liegenden Entwicklung seine Ergebnisprognose für dieses Jahr konkretisiert. Für 2020 rechnet der Vorstand nun mit einem operativen Ergebnis von rund 1,2 Milliarden Euro. Das wäre das obere Ende der bisherigen Prognosespanne. "Die Erholung von den Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie verläuft dynamischer als angenommen", erklärte Toepfer. Der Konzern profitierte von einem höheren Absatz in der Region Asien-Pazifik und dort vor allem in China.

Im abgelaufenen Quartal schnitt Covestro deutlich besser ab als erwartet. Das Ergebnis stieg auf Jahressicht um mehr als sieben Prozent auf 456 Millionen Euro. Auch unter dem Strich verdiente Covestro mehr: Mit 179 Millionen Euro blieb gut ein Fünftel mehr hängen. Nach neun Monaten stand allerdings wegen des pandemiebedingt schwachen ersten Halbjahres ein Gewinnminus von mehr als 71 Prozent auf 147 Millionen Euro zu Buche. Der Umsatz sank im Dreivierteljahr um fast ein Fünftel auf 7,7 Milliarden Euro, was vor allem an einem niedrigeren Absatz und sinkenden Preisen lag.

Für das vierte Quartal hatte Toepfer sich bereits Ende September optimistisch gezeigt und von einer breiten Erholung über alle Industrien sowie einer "soliden Verstetigung des Aufwärtstrends" gesprochen. Auch die Preise zögen dank der anziehenden Nachfrage leicht an. Covestro sehe bei den Preisen eine Trendwende, "das wird uns im vierten Quartal helfen", sagte er nun.

Quelle: ntv.de, jwu/rts