Wirtschaft

Höhere Dividende Covestro weckt kaum Fantasien

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Der Konzern schwingt den Rotstift - auch das belastet zunächst die Covestro-Bilanz.

(Foto: picture alliance / dpa)

Nach einem rabenschwarzen vierten Quartal erreicht der Kunststoffhersteller Covestro zumindest die reduzierten Ziele. Für das laufende Jahr macht der Konzern wenig Hoffnung. Dafür bemüht er sich nun um die Anteilseigner.

Schwierigere Geschäfte mit der Autoindustrie, hohe Kosten infolge des niedrigen Rhein-Pegels und eine wieder härtere Konkurrenz haben dem Spezialchemiekonzern Covestro 2018 einen Gewinnrückgang eingebrockt. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) fiel auf Jahressicht um knapp sieben Prozent auf 3,2 Milliarden Euro, wie der Dax-Konzern in Düsseldorf mitteilte. Vor allem im Schlussquartal waren die Verkaufspreise gefallen.

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Und so war der letzte Dreimonatszeitraum des Geschäftsjahres auch besonders bitter: Das Betriebsergebnis sank von Oktober bis Dezember um zwei Drittel. Das Konzernergebnis fiel sogar um 86 Prozent. Die Erlöse gaben sieben Prozent nach. Im frühen Handel gab es Papier kräftig nach.

Konzernchef Markus Steilemann hatte die Anleger bereits im November auf einen leichten Rückgang eingestellt, als er bei den Jahreszielen zurückrudern musste. Unter dem Strich fiel der auf die Aktionäre entfallende Überschuss wegen Rückstellungen im Zusammenhang mit einem Sparprogramm um etwas mehr als neun Prozent auf 1,8 Milliarden Euro. So will Covestro - wie bereits bekannt - in der Verwaltung die Kosten senken und rechnet sich spätestens für 2021 jährliche Einsparungen von rund 350 Millionen Euro aus.

Für das laufende Jahr 2019 wird es wegen des gestiegenen Wettbewerbs noch stärker bergab gehen: Covestro rechnet mit einem Ergebnisrückgang auf 1,5 bis 2,0 Milliarden Euro.  "Mittelfristig streben wir ein Ebitda von über zwei Milliarden Euro an", betonte er. Konzernchef Steilemann ließ aber offen, ob bereits 2020 wieder mit einem höheren Ergebnis gerechnet werden kann. "Dazu ist es zu früh."

Der Start ins Jahr ist nach den Worten von Finanzchef Thomas Toepfer "vernünftig" verlaufen. Im ersten Quartal peilt der Leverkusener Konzern ein Ebitda von etwa 440 Millionen Euro an. Hochgerechnet auf das Gesamtjahr träfe Covestro so rein rechnerisch genau die Mitte der Prognosespanne, so Toepfer.

Die vergangenen beiden Jahre waren von außergewöhnlich hohen Margen geprägt", sagte Toepfer. "Für 2019 erwarten wir zwar weiterhin eine steigende Nachfrage nach unseren Produkten, gleichzeitig werden die Margen aber aufgrund des Wettbewerbsdrucks deutlich sinken."

Immerhin beim Umsatz konnte der Kunststoffspezialist im vergangenen Jahr dank größerer Verkaufsmengen und zumindest auf Jahressicht gestiegener Preise mit einem Plus von 3,4 Prozent auf 14,6 Milliarden Euro leicht zulegen. Die Dividende soll trotz des Gewinnrückgangs leicht um 20 Cent auf 2,40 Euro steigen. Zudem will Covestro Aktien zurückkaufen. Mit dem Zahlenwerk hat Covestro im wesentlichen die Erwartungen der Analysten erfüllt.

Quelle: n-tv.de, jwu/dpa/rts

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