Wirtschaft

Impfstoffkandidat auf Prüfstand Curevac-Chef: Finale Analyse in zwei bis drei Wochen

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Der mRNA-Impfstoffkandidat des Tübinger Biopharmaziekonzerns hat sich in der internationalen Herald-Studie als zu wenig wirksam erwiesen.

(Foto: picture alliance / SvenSimon)

In einer vorläufigen Auswertung hat der Impfstoffkandidat von Curevac nur eine relativ geringe Wirksamkeit aufweisen können. Für die Biotechfirma aus Tübingen ein herber Rückschlag. Doch noch steht die finale Analyse aus. Curevac-Chef Haas rechnet in den nächsten Wochen mit Ergebnissen.

Curevac rechnet mit den Ergebnissen der finalen Analyse zur Wirksamkeit des mRNA-Impfstoffkandidaten einer wichtigen internationalen Studie in zwei bis drei Wochen. Dies sagte Curevac-CEO Franz-Werner Haas in der Telefonkonferenz mit Analysten. Der mRNA-Impfstoffkandidat des Tübinger Biopharmaziekonzerns hat sich in der internationalen Herald-Studie als zu wenig wirksam erwiesen.

In einer Zwischenanalyse einer zulassungsrelevanten klinischen Studie mit 40.000 Probanden hatte das Mittel nur eine Wirksamkeit von 47 Prozent gegen Covid-19-Erkrankungen jeglichen Schweregrades erreicht und damit nicht die vorgegebenen statistischen Erfolgskriterien erfüllt, hatte Curevac am späten Mittwochabend mitgeteilt.

Der Impfstoffkandidat war in der Zwischenanalyse wirksam bei jüngeren Studienteilnehmern, jedoch konnten bei Über-Sechzigjährigen keine Rückschlüsse auf Wirksamkeit gezogen werden. In der Studie wurden mindestens 13 Virus-Varianten getestet, was zu den enttäuschenden Ergebnissen Curevac zufolge beigetragen haben könnte. "Wir bekämpfen eigentlich ein anderes Virus", sagte Vorstandschef Haas. So sei der Wildtyp des Coronavirus bei der Zwischenanalyse in weniger als einem Prozent der Infektionsfälle nachgewiesen worden. Alle anderen Infektionen entfielen auf neuere Virusvarianten.

Die Europäische Union hat sich von dem Curevac-Impfstoff bis zu 405 Millionen Dosen gesichert. In Deutschland gab das Gesundheitsministerium zuletzt bekannt, das Mittel werde erst nach der Zulassung in die Planung für die Impfkampagne aufgenommen. In diesem Quartal habe man die Lieferung von 1,4 Millionen Impfdosen gestrichen. Kanzlerin Angela Merkel nahm das Unternehmen am Donnerstag vergangener Woche wegen der Verzögerungen in Schutz.

Finale Analyse beruht auf mehr als 200 Fällen

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Bis Anfang Juni hatte es geheißen, das Unternehmen erwarte - abhängig von den klinischen Studiendaten - die Zulassung seines Impfstoffkandidaten in der EU zumindest noch für das zweite Quartal. Doch kurz darauf wurde bekannt, dass sich das Verfahren weiter verzögern werde.

Haas zufolge will Curevac nun in der finalen Analyse die Wirksamkeitstrends bei Alter und Virusvarianten und auch den Schweregrad der Krankheit genauer untersuchen. Die finale Analyse wird auf mehr als 200 Covid-19-Fällen beruhen; in der zweiten Zwischenanalyse waren 134 Fälle untersucht worden, die mindestens zwei Wochen nach der zweiten Impfung auftraten. Es wurde festgestellt, dass es sich nur in einem einzigen Fall um das ursprüngliche Sars-CoV-2-Virus handelte.

Quelle: ntv.de, jki/DJ

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