Wirtschaft

Im Sog von Impfstoff-Flop Curevac reißt Bayer und Wacker mit sich

Die geringe Wirksamkeit des Corona-Impfstoffes von Curevac dämpft die Hoffnung in das Vakzin. Anleger an der Börse reagieren prompt. Nicht nur die Papiere der Biotechfirma rutschen ab. Auch Bayer und Wacker Chemie werden deutlich in Mitleidenschaft gezogen.

Nach dem Rückschlag für Curevac geraten nun auch Bayer unter Druck. Die Aktien des Pharmakonzerns verlieren im Frankfurter Frühhandel 1,3 Prozent und liegen am Dax-Ende. "Bayer ist eine Produktionskooperation mit Curevac eingegangen, das scheint der nächste Flop für sie zu werden", sagte ein Händler.

Bayer
Bayer 51,12

Trotz des schwachen Zwischenergebnisses zur Wirksamkeit des Covid-19-Impfstoffes wird Bayer die Tübinger Biotechfirma weiter unterstützen. Eine Bayer-Sprecherin sagte auf Nachfrage, der Support gehe weiter, die finalen Ergebnisse der zulassungsrelevanten Studie stünden noch aus. Curevac hatte am späten Mittwochabend mitgeteilt, dass sich nach einer Zwischenanalyse lediglich "eine vorläufige Wirksamkeit von 47 Prozent gegen eine Covid-19-Erkrankung jeglichen Schweregrades" ergeben hat.

Bayer wollte den Covid-19-Impfstoff ab Ende des Jahres als Dienstleister für Curevac in Wuppertal produzieren. Eine Lieferung von 160 Millionen Dosen war für 2022 vereinbart. Genutzt werden sollte ein erst vor wenigen Jahren fertiggestelltes Gebäude, in dem Bayer ursprünglich einen Blutverdünner produzieren wollte. Das Angebot zur Produktion stehe, sagte die Sprecherin weiter. Wie viel Geld Bayer dafür investiert, wollte sie nicht sagen.

Wacker Chemie
Wacker Chemie 126,40

Als Produktionspartner kommt ebenfalls Wacker Chemie unter die Räder. Die Aktien verlieren 6,4 Prozent und fallen auf ein Viereinhalb-Wochen-Tief. Die Produktion des mRNA-basierten Curevac-Impfstoffes am Biotech-Standort von Wacker in Amsterdam sollte ursprünglich im ersten Halbjahr starten, Vorbereitungen dafür sowie für Technologietransfer und die Testläufe haben bereits begonnen.

Ein Sprecher von Wacker Chemie wollte sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht zu den Konsequenzen der Studie äußern. Nach früheren Aussagen will Wacker mit der Curevac-Covid-Impfstoff-Produktion beginnen, sobald er zugelassen ist.

Quelle: ntv.de, jki/rts/DJ

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