Wirtschaft

Gute Wirtschaftslage bald passé? Daimler-Vorstand warnt den Südwesten

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Laut Daimler-Personalchef sollte sich der Südwesten künftig nicht nur auf die Autoindustrie verlassen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Mehrere Hunderttausend Menschen sind im Südwesten in der Automobilindustrie beschäftigt. Im Zuge der Energiewende befindet sich dieser Wirtschaftszweig nun im Umbruch. Der Personalchef von Daimler warnt die Heimatregion des Konzerns deshalb vor spürbaren Veränderungen.

Angesichts des Umbruchs in der Autoindustrie mit Auswirkungen auch auf Hersteller und Zulieferer im Südwesten empfiehlt Daimler-Personalvorstand Wilfried Porth, Baden-Württemberg solle sich nicht nur auf diesen Industriezweig verlassen. "Klar ist, dass Baden-Württemberg sicher gut beraten wäre, sich nicht die nächsten 100 Jahre nur auf die Automobilindustrie zu verlassen, was Wohlstand und industrielle Wertschöpfung angeht", sagte Porth der Deutschen Presse-Agentur.

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Im Südwesten hängen bis zu 800.000 Jobs an der Automobilindustrie, die seit Jahrzehnten als Wirtschaftstreiber fungiert. Doch die Transformation vom Verbrennungsmotor hin zur Elektromobilität stellt nicht nur Hersteller wie Daimler und Porsche, sondern vor allem auch viele Zulieferer vor Herausforderungen.

Porth betonte, die Automobilindustrie sei ein riesiger Bereich mit Firmen und etlichen Standorten auf der ganzen Welt. "Die Frage, wo die Wertschöpfung angesiedelt wird, ist wie seit Jahrzehnten völlig offen." Welche Firmen am Ende des jetzigen Transformationsprozesses besser oder schlechter dastünden, hänge von vielen Fragen ab. "Das wird sich in den nächsten Jahren herauskristallisieren."

Bei den Antrieben für seine eigenen Elektroautos setzt Daimler künftig auf die Produktion im eigenen Haus. Der sogenannte elektrische Antriebsstrang soll nicht mehr von einem Zulieferer, sondern direkt aus dem Mercedes-Stammwerk im Stuttgarter Stadtteil Untertürkheim kommen, wie das Unternehmen jüngst mitgeteilt hatte. Bisher hatte Daimler den Antrieb hinzugekauft und nicht selbst gebaut.

Bereits Ende November hatte Daimler mitgeteilt, dass infolge des Sparkurses weltweit mehr als 10.000 Arbeitsplätze wegfallen sollen. Aus Sicht des Dax-Konzerns ist das Personal - gut 178.000 Leute allein in Deutschland - grundsätzlich zu teuer, was die Wettbewerbsfähigkeit schmälert. Porth erklärte damals, dass in den kommenden drei Jahren 1,4 Milliarden Euro an Personalkosten eingespart werden sollen. Wie viele Jobs in Deutschland betroffen sein werden, ließ er aber offen. Weltweit hat Daimler rund 300.000 Beschäftigte.

Quelle: ntv.de, cri/dpa