Wirtschaft

Geely-Offerte abgelehnt Daimler lässt Chinesen abblitzen

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Geely wollte Daimler-Anteile über eine Kapitalerhöhung erwerben.

(Foto: REUTERS)

Die Volvo-Mutter Geely will bei Daimler als Investor einsteigen. Das will der Stuttgarter Autobauer nicht und lehnt das Ansinnen der Chinesen ab. Größter Aktionär bei Daimler ist derzeit der kuwaitische Staatsfonds mit fast sieben Prozent.

Daimler hat Insidern zufolge milliardenschwere Avancen der chinesischen Volvo-Mutter Geely zurückgewiesen. Die Asiaten hätten bei dem Stuttgarter Autobauer über eine Kapitalerhöhung als Investor einsteigen wollen, hieß es. Die Stuttgarter hätten Geely abblitzen lassen und den Chinesen mitgeteilt, dass sie gern Aktien an der Börse kaufen könnten.

Geely äußerte sich dazu nicht. Ein Daimler-Sprecher sagte, der Konzern habe "eine ziemlich breite Aktionärsstruktur" und sei damit im Moment "sehr glücklich". Jeder neue Anteilseigner, der langfristiges Interesse an Daimler habe, sei natürlich willkommen.

Größter Aktionär des Stuttgarter Konzerns ist derzeit der Staatsfonds von Kuwait mit rund 6,8 Prozent. Den Insidern zufolge hatte Geely bei einem Treffen mit Daimler in Peking im vergangenen Monat angeboten, einen Anteil von 3 bis 5 Prozent über eine Kapitalerhöhung zu erwerben. Ein Aktienpaket in dieser Größenordnung hat einen Marktwert von bis zu 4,5 Milliarden US-Dollar (rund 3,8 Milliarden Euro).

Die Chinesen hätten im Zuge ihrer Offerte einen Rabatt gefordert, sagten die Insider, nannten aber keine Details. Ob Geely auch Aktien an der Börse kaufen will, blieb zunächst offen. Die mit den Überlegungen bei Geely vertrauten Personen sagten weiter, der Hersteller interessiere sich für die Batterietechnologie von Daimler und wolle mit den Schwaben eine Gemeinschaftsfirma für Elektroautos in Wuhan gründen.

Daimler erwirbt Minderheitsanteil an BAIC-Elektrotochter

Geely zählt mit einem Marktanteil von 5 Prozent zu den führenden lokalen Autobauern in China. Die Volksrepublik ist der größte Pkw-Markt der Welt und forciert - auch wegen der hohen Smogbelastung in vielen Städten - den Umstieg auf alternative Antriebe. Mit Privilegien bei der Zulassung von Neuwagen, mit zahlreichen Vorschriften und auch Subventionen treibt die Regierung den Wandel in der Mobilität voran.

Viele westliche Autokonzerne, die in China ohnehin nur mit lokalen Herstellern gemeinsam produzieren dürfen, haben sich auch auf dem Feld der Elektromobilität bereits mit Partnern vor Ort verbündet. So wollen sie von der anziehenden Nachfrage auf dem weltgrößten Markt für E-Autos profitieren.

Daimler tat sich mit seinem langjährigen chinesischen Partner BAIC zusammen. Die Schwaben kündigten im Sommer an, einen Minderheitsanteil an der BAIC-Elektroautotochter BJEV zu erwerben. BMW lotet mit dem Geländewagen-Spezialisten Great Wall eine Kooperation bei Kleinwagen der Marke Mini aus; dabei geht es vor allem um die mögliche Produktion von Elektroversionen. Volkswagen will mit seinem chinesischen E-Auto-Partner JAC auch bei leichten Nutzfahrzeugen wie Kleintransporter, Kasten- oder Pritschenwagen zusammenarbeiten.

Quelle: n-tv.de, wne/rts

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