Wirtschaft

"Andere Schwerpunkte" Daimler streicht Parteispenden

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Daimler-Chef Dieter Zetsche. Von seinem Konzern haben die Parteien im Europawahljahr nichts zu erwarten.

(Foto: imago/ZUMA Press)

Das Verhältnis der deutschen Autohersteller zur Politik hat durch die Abgasaffäre gelitten. Da passt eine Entscheidung des Daimler-Vorstandes gut ins Bild: Der Konzern will in diesem Jahr auf sämtliche Parteispenden verzichten.  

Der Autokonzern Daimler hat alle Parteispenden für dieses Jahr gestrichen. Diesen Beschluss fasste der Vorstand des Unternehmens, wie die "Bild am Sonntag" schreibt. Ein Sprecher bestätigte der Deutschen Presse-Agentur, dass Daimler in diesem Jahr keine Parteispenden tätigen werde. Im Jahr 2018 hatte das Unternehmen insgesamt 320.000 Euro an Parteien gespendet. Davon erhielten CDU und SPD jeweils 100.000 Euro, an die Grünen, CSU und FDP gingen je 40.000 Euro.

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In den vergangenen Jahren konnten die Parteien abseits des linken und rechten Rands stets mit Unterstützung durch die Autoindustrie rechnen. Zwischen 2009 und 2017 beliefen sich  die Zuwendungen von Autoherstellern, Zulieferern und Verbänden laut der Organisation LobbyControl auf über 17 Millionen Euro. Fast 80 Prozent entfielen auf CDU/CSU und FDP.

Die Ankündigung von Daimler habe nichts mit der Abgasaffäre zu tun, sagte ein Unternehmenssprecher der "Bild am Sonntag": "Diese Entscheidung ist unabhängig von aktuellen politischen sowie wirtschaftlichen Ereignissen gefallen". Der Vorstand habe vielmehr beschlossen, "in diesem Jahr den Schwerpunkt bei Projekten aus den Bereichen Bildung, Naturschutz, Wissenschaft, Kunst und Kultur zu setzen."

Quelle: n-tv.de, ino/dpa

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