Wirtschaft

Autobauer mit höchsten Gewinnen Dax-Konzerne verdienen so viel wie nie

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Die Dax-Konzerne steuern auf ein Rekordjahr zu.

(Foto: picture alliance / Frank Rumpenh)

Die Weltwirtschaft brummt, die Geschäfte deutscher Konzerne laufen prächtig. Im zweiten Quartal verzeichnen die 30 Dax-Konzerne so hohe Umsätze und Gewinne wie nie zuvor zu diesem Zeitpunkt. Auf dem Weg zum Rekordjahr lauern aber auch Risiken.

Die deutschen Großkonzerne verdienen derzeit so viel wie noch nie: Im ersten Halbjahr erreichten Gewinn und Umsatz der 30 im Dax notierten Unternehmen neue Rekordstände. Wie die Unternehmensberatung EY auf der Basis der Geschäftsberichte ermittelt hat, stieg das operative Ergebnis der Unternehmen im zweiten Quartal um fast ein Drittel auf den Bestwert in einem zweiten Jahresviertel von gut 39 Milliarden Euro. Die Umsätze legten um 6 Prozent auf 344 Milliarden Euro zu - ebenfalls ein neues Rekordniveau. Bereits in den ersten drei Monaten hatten die Firmen Rekordeinnahmen verbucht.

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Beflügelt wurden die Geschäfte von der Konjunkturerholung in Europa und der anziehenden Weltwirtschaft. Nach den starken ersten beiden Quartalen deutet alles auf ein Rekordjahr 2017 hin: "Neun Unternehmen haben mit der Vorlage der Halbjahresberichte ihre Umsatz- oder Gewinnprognose für das Gesamtjahr nach oben korrigiert, nur zwei Unternehmen haben eine Gewinn- oder Umsatzwarnung abgegeben", sagte Mathieu Meyer, Mitglied der Geschäftsführung bei EY.

Wenn man Gewinn und Umsatz separat betrachtet, zeigt sich ein differenzierteres Bild: Die höchsten Gewinne fuhren im zweiten Quartal zwei Autohersteller ein: Volkswagen erwirtschaftete ein Ebit (Gewinn vor Zinsen und Steuern) von 4,5 Milliarden Euro. Bei Daimler waren es 3,7 Milliarden Euro. Das stärkste Wachstum beim Gewinn erzielten hingegen die Energieversorger Eon und RWE mit satten 343 und 238 Prozent. Dies ging im Wesentlichen jedoch auf die Rückerstattung der in den Vorjahren gezahlten Kernbrennstoffsteuer zurück. Insgesamt verzeichneten drei von vier Unternehmen steigende Gewinne. Mit einem deutlichen Gewinnrückgang hatten hingegen Commerzbank und SAP zu kämpfen, die vor Zinsen und Steuern 43 und 27 Prozent weniger erwirtschafteten.

Versorger mit größten Gewinnzuwächsen

Beim Umsatzwachstum hatte im zweiten Quartal Heidelbergcement die Nase vorn: Vor allem aufgrund der Übernahme von Italcementi wuchs der Baustoffkonzern um fast 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Sportartikelhersteller Adidas legte um 20 Prozent zu, Gesundheitskonzern Fresenius um 18 Prozent. Bis auf Munich Re und RWE konnten alle Unternehmen ihren Umsatz steigern.

Besonders gut liefen wie schon im ersten Quartal die Geschäfte der Dax-Konzerne in Asien und den USA, wo der Umsatz um jeweils 10 Prozent zulegte. Allerdings wirkten sich in beiden Regionen Währungseffekte positiv aus. Auch auf dem Heimatkontinent laufen die Geschäfte derzeit gut: Die in Europa erwirtschafteten Umsätze stiegen um 5 Prozent.

Auch die Zahl der Beschäftigten legte zu: zum Ende des ersten Halbjahres um 3,7 Prozent auf gut 3,8 Millionen - im Verlauf der vergangenen 12 Monate haben die Dax-Konzerne damit 135.000 neue Stellen geschaffen. Der starke Zuwachs ist allerdings auch auf Zukäufe zurückzuführen - etwa im Fall von Heidelbergcement oder Vonovia. Immerhin sechs Unternehmen meldeten eine rückläufige Mitarbeiterzahl.

Großbritannien ein Sorgenkind

Allerdings identifiziert die EY-Studie auch Probleme: Risiken für die Dax-Konzerne lägen derzeit vor allem in neuen Währungsschwankungen und steigenden Rohstoffpreisen. "Im ersten Halbjahr hat ein relativ schwacher Euro noch zu leicht positiven Währungseffekten in den Bilanzen geführt und Exporte ins außereuropäische Ausland beflügelt. Inzwischen hat sich der Trend umgekehrt", so Meyer.

Auch die Situation in Großbritannien bereite Sorgen: "Der nach dem Brexit-Votum erwartete Konjunktureinbruch ist zwar zunächst ausgeblieben. Aber inzwischen sehen wir an vielen Stellen Zeichen für einen kräftigen Dämpfer auf dem britischen Markt." So seien etwa die Ausfuhren deutscher Autos und Autoteile nach Großbritannien in den ersten fünf Monaten dieses Jahres um 10 Prozent gesunken.

Quelle: n-tv.de

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