Ölpreis steigt deutlichDax stürzt unter 23.000-Punkte-Marke

Massive Verluste an der Frankfurter Börse zum Handelsstart: Der Dax verliert in den ersten Minuten 2,6 Prozent. Auch in Asien stürzen die Märkte ab.
Der deutsche Leitindex Dax ist am Morgen deutlich abgestürzt. Der Aktienindex verlor nach Handelsstart rund 2,6 Prozent und fiel auf 22.977 Punkte. Zuvor waren die Börsen in Ostasien wegen der rasant steigenden Ölpreise am Morgen eingebrochen. In Tokio stürzte der Nikkei-Index für 225 führende Werte im frühen Handel (Ortszeit) zeitweise um rund 7 Prozent bis unter die Marke von 52.000 Zählern. Hohe Verluste verzeichnete auch die Börse in Südkorea. In Seoul sank der Kospi zeitweise um rund 8 Prozent auf einen Stand von 5132 Zählern. Die ostasiatischen Volkswirtschaften sind besonders auf den Import von Öl angewiesen.
Derzeit liegen die Ölpreise über der 100-Dollar-Marke. Hintergrund ist die Angst vor einer längeren Sperrung der Straße von Hormus. Seit den amerikanisch-israelischen Attacken auf den Iran und den iranischen Gegenangriffen können Schiffe die Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman kaum noch passieren. Durch die Meerenge wird in Friedenszeiten täglich rund ein Fünftel des weltweit gehandelten Öls transportiert. Sie ist zudem wichtig für den Transport von Flüssiggas aus Katar.
Am Freitagnachmittag war Brent-Rohöl zur Lieferung im Mai noch zu gut 90 US-Dollar je Barrel gehandelt worden. Vor Beginn des Iran-Kriegs lag der Preis Ende Februar bei rund 70 US-Dollar. Auch die Spritpreise sind seither deutlich angestiegen: An einigen Tankstellen in Deutschland kletterte der Benzinpreis für einen Liter Super in der vergangenen Woche bereits zeitweise über die Marke von 2,50 Euro.
Die Finanzminister der sieben führenden Industrienationen (G7) wollen aufgrund der Entwicklung im Laufe des Tages über eine mögliche Freigabe von Notfall-Ölreserven beraten. Die "Financial Times" hatte zuerst über die Erwägungen berichtet. Dem Bericht zufolge soll auch die Internationale Energieagentur (IEA) an den Beratungen teilnehmen. Drei G7-Staaten, darunter die USA, hätten sich bereits für die Idee ausgesprochen, so die Zeitung unter Berufung auf Insider.
Auch Airlines betroffen
Besonders betroffen sind auch die Aktien von Fluggesellschaften. Die Papiere von Qantas, Air New Zealand, Cathay Pacific, Japan Airlines, Korean Air Lines sowie der großen chinesischen Fluggesellschaften China Southern und China Eastern fielen zum Start der neuen Handelswoche zwischen vier und mehr als zehn Prozent.
Treibstoff ist nach den Personalkosten der zweitgrößte Kostenfaktor für Fluggesellschaften und macht in der Regel ein Fünftel bis ein Viertel der Betriebskosten aus. "Wenn der Rohölpreis um 20 Prozent steigt, steigt der Kerosinpreis noch stärker, da er noch knapper ist", sagte Subhas Menon, Leiter des Verbands der Fluggesellschaften im asiatisch-pazifischen Raum.