Wirtschaft

Interner Brief zu Zugausfällen Deutsche Bahn baut weichere ICE-Sitze ein

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Die Reservierungsanzeige ist im Sitz eingebaut. Und weicher soll es auch sein. Ab März 2020 werden ICE 3 und ICE 4 neu bestuhlt.

(Foto: picture alliance/dpa)

Bahnreisende sollen bequemer sitzen: Ab März 2020 bekommen ICE 3 und ICE 4 neue Sitze, teilt der Konzern mit. Einen internen Brief zu massiven Zugausfällen wegen fehlender Lokführer will die Bahn dagegen lieber nicht kommentieren. Danach fahren Tausende Züge im Nah- und Fernverkehr gar nicht erst los.

Die Deutsche Bahn baut in ICE-Zügen ab März 2020 eine neue Generation von Sitzen ein. Bei deren Entwicklung sind die Einschätzungen von mehr als 5800 Bahnkunden eingeflossen, die die Sitze getestet haben, teilte die Deutsche Bahn in Berlin mit. Insgesamt sollen bis Ende 2021 fast 60.000 der nach Bahn-Angaben bequemeren Sitze in ICE-3- und ICE-4-Zügen eingebaut werden. Unter anderem sollen sich die Sitze durch weichere Rückenpolster und weichere Armlehnen auszeichnen sowie mehr Bewegungsfreiheit für Kopf und Schultern bieten. Die Reservierungsanzeige ist in den Sitz eingebaut.

Als weitere Innovation kündigte die Bahn einen neuen Service für den Online-Dialog mit Kunden an. Sogenannte Chatbots sollen dabei rund um die Uhr Kundenfragen auf bahn.de beantworten. Außerdem hat das Unternehmen ein neues Konzept für seine DB Reisezentren mit getrennten Bereichen für Selbstbedienung und beratungsintensive Kundengespräche entwickelt.

Lokführermangel: Rund 4000 Züge fahren nicht

*Datenschutz

Eine andere Nachricht wollte der Konzern nicht kommentieren. Wegen fehlender Lokführer sind im Nahverkehr der Bahn in diesem Jahr einem internen Dokument zufolge schon fast 4000 Züge ausgefallen. "Für das laufende Jahr 2019 beträgt die Anzahl der Zugausfälle aufgrund mangelnder Triebfahrzeugführer bis September rund 3900.", heißt es im Entwurf eines Briefs an Verkehrsminister Andreas Scheuer, aus dem Reuters zitierte. Im vergangenen Jahr seien insgesamt 5000 Pendlerzüge und S-Bahnen von DB Regio aus diesem Grund gar nicht erst abgefahren. Man habe daher dieses Jahr schon 1500 Lokführer eingestellt und gehe davon aus, den fehlenden Bedarf noch dieses Jahr schließen zu können. Bei den Zugausfällen wegen Lokführermangel sind jedoch die Zahlen im Fernverkehr mit IC und ICE sowie der Güterbahn nicht mitberücksichtigt.

Die Deutsche Bahn hat im Nahverkehr Probleme, da sie zum einen Marktanteile an Wettbewerber verliert. Zum anderen werden wegen der Verspätungen und Ausfälle Strafzahlungen an die Bundesländer fällig. Im Fernverkehr hat die Bahn nicht nur wegen fehlender Lokführer, sondern auch wegen fehlender Züge Probleme. Im September war mehr als jeder vierte Zug unpünktlich. Daher will der Konzern 30 neue Hochgeschwindigkeitszüge kaufen. "Zu deren Instandhaltung bauen wir die Werkekapazität in Frankfurt aus und errichten ein komplett neues Instandhaltungswerk in Süddeutschland", hieß es in dem Brief-Entwurf. Eine Bahnsprecherin lehnte eine Einschätzung dazu ab. Zu internen Dokumenten äußere man sich nicht, sagte sie.  

Quelle: n-tv.de, mau/dpa/rts

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