Wirtschaft

"EZB hat Respekt verdient" Deutsche-Bank-Chef springt Draghi zur Seite

Der langjährige EZB-Chef Mario Draghi bekommt das Bundesverdienstkreuz. Das stößt in Deutschland angesichts von Negativzinsen nicht überall auf Gegenliebe. Nun bekommt Draghi bei ntv Unterstützung von Deutsche-Bank-Chef Sewing.

Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing hat sich in die Diskussion um die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an den ehemaligen EZB-Chef Mario Draghi eingeschaltet. Die Europäische Zentralbank habe in den Jahren nach der Euro-Krise die richtigen Maßnahmen ergriffen, sagte Sewing im Interview mit ntv und ergänzte: "Da kann man nur Respekt zollen." Die Rettung des Euro sei enorm wichtig gewesen - gerade für eine Exportnation wie Deutschland.

Der langjährige EZB-Chef wird am Freitag von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Das wird angesichts der Auswirkungen der Niedrigzinsen auf Sparguthaben vor allem von Politikern aus den Reihen der Union und der FDP kritisiert.

"Man sollte nie die Leistung der EZB nach der Euro-Krise vergessen", sagte Sewing. Jetzt müsse man allerdings die langfristigen Auswirkungen der Negativzinspolitik im Auge behalten. "Vergessen Sie, was das für Banken bedeutet", so Sewing. "Wir müssen unser Geschäftsmodell ändern. Das haben wir getan", ergänzte er. "Aber langfristig sind Negativzinsen eine Belastung für die Gesellschaft."

Vorläufige Jahreszahlen

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Wie andere Geldhäuser auch, kämpft die Deutsche Bank im klassischen Bankgeschäft mit sinkenden Margen und den ultraniedrigen Zinsen. Das und der größte Konzernumbau in der Firmengeschichte hat dem Unternehmen im vergangenen Jahr ein tiefes Loch in die Bilanz gerissen.

Unter dem Strich verzeichnete die Bank einen Verlust von 5,7 Milliarden Euro. Für Deutschlands größtes privates Kreditinstitut ist es bereits das fünfte schwache Jahr in Folge.

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Sewing ist aber zuversichtlich, dass das Institut das Schlimmste hinter sich gelassen hat: "Wenn wir genauso gut arbeiten wie 2019, dann bin ich sehr, sehr zuversichtlich, dass die Deutsche Bank sehr, sehr bald aus dieser Restrukturierung herauskommt und wir nachhaltig profitabel sein können."

Quelle: ntv.de, jga/rts