Wirtschaft

"Auf dem richtigen Weg" Deutsche Bank trotzt Corona-Krise

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Sewing sieht sich beim Umbau auf Kurs.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Corona-Krise hinterlässt bei der Deutschen Bank Spuren. Vorstandschef Sewing ist dennoch zufrieden. In der Pandemie sei die Bank im Gegensatz zur Finanzkrise "Teil der Lösung", sagt er im Interview mit ntv.

Die Deutsche Bank hat sich im zweiten Quartal dank höherer Einnahmen und gesenkter Kosten in der Corona-Krise vor Steuern in der Gewinnzone gehalten. Vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie sei er sehr zufrieden mit den Zahlen, sagte Vorstandschef Christian Sewing im Gespräch mit ntv. "Die Deutsche Bank ist auf dem richtigen Weg."

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Trotz hoher Belastungen durch drohende Kreditausfälle in der Corona-Krise stand vor Steuern ein Gewinn von 158 Millionen Euro, nachdem der teure Radikalumbau dem Institut ein Jahr zuvor einen Verlust von mehr als 946 Millionen Euro eingebrockt hatte. Dabei profitierte die Bank von sprudelnden Geschäften der hauseigenen Investmentbank und überraschend stark gesenkter Kosten.

Während die Bank ihre Erträge im zweiten Quartal um ein Prozent auf knapp 6,3 Milliarden Euro steigern konnte, drückten die drohenden Kreditausfälle infolge der Coronavirus-Pandemie wie erwartet aufs Ergebnis. Das Institut legte dafür 761 Millionen Euro als Risikovorsorge zurück, fast fünfmal so viel wie ein Jahr zuvor. Die bereinigten Kosten ohne die Belastungen durch den Konzernumbau gingen um acht Prozent auf 4,9 Milliarden Euro zurück und damit stärker als von Analysten im Schnitt erwartet.

"Sind Teil der Lösung"

Unter dem Strich blieb für die Aktionäre ein Verlust von 77 Millionen Euro - nach einem Minus von 3,3 Milliarden ein Jahr zuvor. Damals hatten hohe Kosten für den Konzernumbau zu Buche geschlagen. Besonders kräftig sprudelten die Erträge in der Investmentbank. Im Jahresvergleich legten sie hier um 46 Prozent auf 2,7 Milliarden Euro zu. In der Unternehmensbank wuchsen sie um drei Prozent auf 1,3 Milliarden Euro, während die Privatkundenbank einen Rückgang um fünf Prozent auf zwei Milliarden Euro verbuchen musste. Der Kapitalpuffer des Instituts konnte sich seit dem Corona-Crash an der Börse im März wieder ein Stück weit erholen. Die harte Kernkapitalquote (CET1) verbesserte sich von Ende März bis Ende Juni um einen halben Prozentpunkt auf 13,3 Prozent.

Im Gegensatz zur Finanzkrise sei die Deutsche Bank nun wie andere europäische Geldhäuser "Teil der Lösung", sagte Sewing und ergänzte: "Wir sind absolut stabil aufgestellt." Die Bank habe die Bilanzen aufgeräumt und habe sehr viel Liquidität zu Verfügung. "Wir können der Wirtschaft Kapital zur Verfügung stellen, um in dieser schwierigen Situation zu helfen."

Bank will für 2021 wieder Dividende zahlen

Mit den Zweitquartalsergebnissen steigt auch die Zuversicht für das Gesamtjahr.Man arbeite weiterhin auf das ursprüngliche Ziel hin, auch im Gesamtjahr vor Steuern schwarze Zahlen zu schreiben, sagte Finanzchef James von Moltke. Zwischenzeitlich hatte sich Deutschlands größtes Geldhaus skeptischer geäußert. Angesichts der Unsicherheiten über die weitere Entwicklung der Pandemie sei man aber noch vorsichtig, sagte der Finanzchef.

"Als wir im Juli 2019 die Transformation unserer Bank ankündigten, gingen wir von einer besonders intensiven Umbauphase von sechs Quartalen bis Ende 2020 aus", schrieb Sewing in einer Nachricht an die Mitarbeiter. Nun habe die Bank bereits nach vier Quartalen mehr als drei Viertel der erwarteten Transformationskosten verarbeitet. Die Früchte dieser Arbeit würden mehr und mehr sichtbar. Den Aktionären stellte das Institut eine Ausschüttung für das Jahr 2021 in Aussicht. Zuletzt hatte die Deutsche Bank für das Jahr 2018 eine Mini-Dividende von 11 Cent je Anteilsschein gezahlt.

Der Konzern hat sich aus einigen Geschäftsfeldern zurückgezogen und das Investmentbanking verkleinert. Zudem soll bis Ende 2022 die Zahl der Vollzeitstellen im Konzern um etwa 18.000 auf weltweit 74.000 verringert werden. Bis zum Ende des zweiten Quartals sank die Zahl der Vollzeitstellen im Vergleich zu Mitte 2019 um 4042 auf 86.824.

Quelle: ntv.de, jga/jwu/rts/dpa