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Bestes Quartal seit Jahren Deutsche Bank verdient unerwartet viel

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Die Deutsche Bank überrascht zum Jahresauftakt mit einem unerwartet hohen Gewinn.

(Foto: picture alliance/dpa)

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Der Konzernumbau bei Deutschlands größtem Bankhaus zahlt sich weiter aus. Das siebte Quartal in Folge weist das Geldhaus einen Gewinn aus.

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Die Deutsche Bank ist trotz der Unsicherheit durch den Krieg in der Ukraine mit einem Gewinnsprung in das Jahr gestartet. "Die Ergebnisse aller Geschäftsbereiche liegen im oder über dem Plan, und wir haben unseren höchsten Quartalsgewinn seit neun Jahren erzielt", erklärte Vorstandschef Christian Sewing. Deutschlands größtes Geldhaus verdiente unter dem Strich - nach Abzug von Zinsen für Nachranganleihen - 1,06 Milliarden Euro, ein Plus von 17 Prozent. Analysten hatten im Schnitt nur rund 950 Millionen Euro erwartet.

Die Deutsche Bank konnte damit das siebte Gewinnquartal in Folge ausweisen. Die Konzernerträge stiegen um ein Prozent auf 7,3 Milliarden Euro. "Damit sind wir in einer guten Position, um unsere Ziele für dieses Jahr zu erreichen", erklärte Finanzchef James von Moltke. Gleichzeitig warnte das Bankhaus aber, dass das gegenwärtige Umfeld zunehmend herausfordernd sei und sich der Kostendruck intensiviert habe. Die Ukraine-Krise habe das Potenzial, die Jahresergebnisse zu beeinflussen, sagte Konzernchef Sewing.

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Er hatte im Sommer 2019 einen umfassenden Konzernumbau eingeleitet. Ganze Abteilungen wurden geschlossen. Die Bank trennte sich von besonders riskanten Teilen des Investmentbanking und leitete harte Sparschritte ein. Im laufenden Jahr soll eine Nachsteuerrendite (ROTE) von acht Prozent erreicht werden bei Erträgen von 26 bis 27 Milliarden Euro. Bis 2025 soll die Rendite auf mehr als zehn Prozent zulegen. Im ersten Quartal lag sie bei 8,1 Prozent.

Risikovorsorge angehoben

Die Deutsche Bank steigerte in ihrer Investmentbanksparte ihre Erträge im Auftaktquartal um sieben Prozent auf 3,3 Milliarden Euro. Das Wachstum im Geschäft mit festverzinslichen Wertpapieren und Währungen (FIC) lag bei 15 Prozent. Allerdings schrumpften die Erträge im Beratungs- und Emissionsgeschäft um 28 Prozent. Im Geschäft mit Unternehmenskunden konnte das Frankfurter Institut seine Erträge um elf Prozent auf 1,5 Milliarden Euro, im Privatkundengeschäft um zwei Prozent auf 2,2 Milliarden Euro ausbauen. Das Institut erhöhte wegen des unsicheren Umfelds seine Risikovorsorge im Kreditgeschäft deutlich auf 292 Millionen Euro von 69 Millionen Euro vor Jahresfrist.

Bei der wichtigen Aufwand-Ertrags-Relation machte der deutsche Branchenprimus weitere Fortschritte. Die Quote sank im ersten Quartal auf 73 Prozent, nach 77 Prozent im Vorjahresquartal. Das heißt, dass für jeden Euro Ertrag 73 Cent aufgewendet werden müssen.

Den großen US-Banken hatten zum Jahresauftakt unter anderem ein nachlassendes Fusionsfieber und weniger Börsengänge auch in Folge des Ukraine-Kriegs zu schaffen gemacht. Die US-Bankenriesen Morgan Stanley, Goldman Sachs und Citigroup meldeten für das este Quartal zum Teil kräftige Gewinnrückgänge. Dagegen lief es in Europa für die Schweizer UBS rund, die im ersten Quartal den besten Jahresstart seit 2007 erzielte. Auch Spaniens größte Bank Santander verzeichnete einen Gewinnzuwachs im ersten Quartal, 58 Prozent. Die skandalgeplagte Credit Suisse findet dagegen auch im neuen Jahr nicht aus der Krise. Die zweitgrößte Schweizer Bank verbuchte im Startquartal 2022 einen Verlust von 273 Millionen Franken und wechselt mehrere Positionen im Top-Management aus.

Quelle: ntv.de, jwu/rts

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