Wirtschaft

Große Pläne in Frankfurt Deutsche Börse übernimmt Axioma

RTX5I5W8.jpg

Die Amerikaner investieren fast eine Dreiviertelmilliarde Dollar in den Axioma-Deal: Und bekommen dafür einen Anteil von rund 19 Prozent.

(Foto: REUTERS)

Deutschlands wichtigster Marktbetreiber will sich mit einem komplexen Schachzug am Weltmarkt in Position bringen: Dank der finanzkräftigen Hilfe eines US-Geldgebers kann die Deutsche Börse ihr Indexgeschäft mit einem Spezialanbieter verschmelzen.

Die Deutsche Börse will den Anbieter von Portfolio- und Risikomanagementlösungen Axioma übernehmen und ihn mit dem eigenen Indexgeschäft zusammenführen. Durch die Fusion soll ein führender Informationsanbieter für institutionelle Investoren entstehen, teilte die Deutsche Börse am Abend mit.

Deutsche Börse
Deutsche Börse 129,85

Das Frankfurter Unternehmen will demnach sein gesamtes Indexgeschäft (Stoxx und Dax) mit Axioma zusammenführen, um "ein neues Unternehmen mit starkem Wertschöpfungspotenzial zu schaffen", wie es in der Mitteilung weiter heißt.

Der neue Datenanbieter soll demnach die wachsende Marktnachfrage nach Produkten und Analysen bedienen. Bis Ende 2021 seien dadurch Einsparungen von jährlich rund 30 Millionen Euro erreichbar, erklärte der Frankfurter Dax-Konzern.

Sebastian Ceria bleibt am Ruder

Im Zuge der Übernahme holt sich der Börsenbetreiber den US-Finanzinvestor General Atlantic mit ins Boot, der etwa 715 Millionen Dollar (636 Millionen Euro) in das neue Unternehmen investiert und dafür mit rund 19 Prozent beteiligt werden soll.

Leiten soll das fusionierte Unternehmen der bisherige Axioma-Chef Sebastian Ceria. Da der Kaufpreis für Axioma durch Investments von General Atlantic finanziert werde, müsse die Deutsche Börse kein Geld aufwenden, hieß es. Der Vereinbarung mit General Atlantic zur Axioma-Übernahme liegt eine Bewertung von 2,6 Milliarden Euro für das Indexgeschäft der Deutschen Börse sowie 850 Millionen Dollar für den Axioma-Erwerb zugrunde.

Übernahme bis Herbst geplant

Neben der Deutschen Börse als Mehrheitsgesellschafter und General Atlantic sollen sich auch einzelne Mitglieder des Managements von Axioma an dem neuen Unternehmen beteiligen. Wie die Deutsche Börse betonte, sollen sie dazu rund 105 Millionen Dollar aus ihrem Verkaufserlös in den neuen Anbieter reinvestieren.

Das Geschäft von Axioma und Deutscher Börse sei hoch komplementär, betonte der Dax-Konzern. Die Zustimmung der Wettbewerbsbehörden steht noch aus. Die Deutsche Börse geht davon aus, dass die Übernahme im Herbst des laufenden Jahres abgeschlossen werden kann.

Quelle: n-tv.de, mmo/DJ/dpa

Mehr zum Thema