Wirtschaft

Schlingernd durch Corona-Krise Deutsche Post erleidet Gewinneinbruch

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Die Deutsche Post hat im ersten Quartal 2020 60 Prozent weniger verdient als im Vorjahr.

(Foto: imago images/Jan Huebner)

Die Logistikbranche ächzt unter den Auswirkungen der Pandemie. Auch die Deutsche Post ist stark betroffen. Bei einem leichten Umsatzplus im ersten Quartal verdient der Dax-Konzern signifikant weniger. Das Aus für den Streetscooter verursacht zusätzliche Kosten in Millionenhöhe.

Die Folgen der Corona-Krise und das Aus für den Elektrotransporter Streetscooter lasten auf dem Gewinn der Deutschen Post. Unter dem Strich erwirtschaftete der Dax-Konzern im ersten Quartal 2020 einen Gewinn von 301 Millionen Euro, wie er mitteilte. Das sind 60 Prozent weniger als im Vorjahr, als der Gewinn noch 746 Millionen Euro betragen hatte.

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Der Umsatz legte der Post zufolge von Januar bis März um 0,9 Prozent auf 15,5 Milliarden Euro zu. Damit schnitten die Erlöse besser ab als erwartet. Der Konzern hatte Anfang April seine Prognose für 2020 gekippt. Für das erste Quartal hatte die Post bereits ein vorläufiges Konzernergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 592 Millionen Euro genannt. Dies bestätigten die Bonner nun. Die Umsatzrendite fiel demnach um 3,7 Prozentpunkte auf 3,8 Prozent. Zudem belastete die Restrukturierung des Streetscooter, dessen Produktion zum Jahresende eingestellt werden soll, mit 234 Millionen Euro.

Seine Jahresprognose hatte der Logistikkonzern wegen der hohen Unsicherheiten durch die Virus-Krise kürzlich zurückgezogen. Sobald eine verlässlichere Basis gegeben sei, werde das Unternehmen einen neuen Ausblick geben, hieß es nun. Ungeachtet dessen bestätigte die Deutsche Post erneut ihr Mittelfristziel. Demnach soll das Ebit bis 2022 auf 5,3 Milliarden Euro steigen.

Der Ausbruch der Corona-Pandemie und das Herunterfahren ganzer Volkswirtschaften rund um den Globus zu ihrer Eindämmung trifft auch die Logistik-Branche hart. Internationale Lieferketten stehen unter Druck, das belastet Konzerne, die die Warenströme zwischen den Kontinenten und Staaten transportieren. Auch die Konkurrenten FedEx und UPS haben ihre Prognose für das laufende Jahr über Bord geworfen.

Quelle: ntv.de, cri/rts/dpa