Wirtschaft

Auslandssendungen weiter möglich Deutsche Post stellt Geschäft in Russland ein

7711717.jpg

Ein DHL-Kurier in Wladiwostok: Inlandssendungen sollen ab Herbst nicht mehr mit DHL verschickt werden können.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Im Zuge des Ukraine-Kriegs stoppt die Deutsche Post ihre Aktivitäten innerhalb Russlands. Schon ab dem 1. September sollen nur noch internationale Sendungen über die Post-Tochter DHL verschickt werden können. Das könnte zu Wertberichtigungen im dritten Quartal führen.

Der Logistikkonzern Deutsche Post wird sein nationales Geschäft in Russland nicht fortführen. "Wir haben diese Entscheidung vergangene Woche getroffen", sagte Konzernchef Frank Appel in einer Telefonkonferenz zur Vorlage der Quartalszahlen in Bonn. Die Deutsche-Post-Tochter DHL Express werde sich vom 1. September an von allen Dienstleistungen innerhalb Russlands zurückziehen.

Deutsche Post
Deutsche Post 39,77

Internationale Sendungen aus dem Land heraus seien aber weiter möglich, ebenso wie die Zustellung von humanitären Hilfslieferungen und Sendungen für Diplomaten nach Russland. DHL hatte Sendungen in das Land bereits im März beendet. Die Post-Tochter ist aber noch im Frachtgeschäft in Russland tätig.

Finanzchefin Melanie Kreis erläuterte, dass die Entscheidung zu Wertberichtigungen im laufenden dritten Quartal führen werde. Die Größenordnung entspreche der Wertberichtigung aus dem Auftaktquartal. Damals hatten die gesunkenen Geschäftserwartungen in Russland zu Wertminderungen in Höhe von 30 Millionen Euro geführt.

Wegen sinkender Paketmengen hat die DHL auch Einbußen im Inland hinnehmen müssen. In anderen Segmenten - etwa im Frachtverkehr und im Geschäft mit Lieferketten - ist der Logistiker aber stark gewachsen. Alles in allem stieg der Konzernumsatz im zweiten Quartal um 23,4 Prozent auf 24 Milliarden Euro, das operative Ergebnis stieg von 2,1 auf 2,3 Milliarden Euro.

Mehr zum Thema

Die nun getroffene Entscheidung bezieht sich zunächst auf das nationale Geschäft in Russland, also Sendungen und Transporte innerhalb des Landes. Es werde nun ein Sozialplan für die von der Entscheidung betroffenen Angestellten entwickelt, heißt es. Im Im- und Exportgeschäft bestünden noch vertragliche Verpflichtungen, sagte Appel.

Vor dem Ausbruch des Ukraine-Kriegs und den darauffolgenden Sanktionen gegen Russland erzielte die Deutsche Post ein Prozent ihres Gesamtumsatzes in Russland. Nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine haben auch zahlreiche westliche Unternehmen ihr Russland-Geschäft eingestellt.

Quelle: ntv.de, jug/dpa/rts

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen