Wirtschaft

Nach zwei RezessionsjahrenDeutsche Wirtschaft 2025 leicht gewachsen

15.01.2026, 10:02 Uhr
Die-deutsche-Wirtschaft-kommt-nur-langsam-aus-der-Flaute
Die deutsche Wirtschaft kommt langsam aus der Flaute. (Foto: dpa/Andreas Arnold)

Gute Nachrichten nach zwei Jahren der Rezession: Deutschlands Wirtschaft ist 2025 wieder auf dem aufsteigenden Ast - zumindest etwas. Auch für dieses Jahr sind die Aussichten nicht so schlecht.

Die deutsche Wirtschaft ist 2025 nach zuvor zwei Rezessionsjahren in Folge erstmals wieder gewachsen. Das Bruttoinlandsprodukt stieg um 0,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wie das Statistische Bundesamt in Berlin mitteilte. 2024 hatte es einen Rückgang von 0,5 Prozent gegeben, 2023 von 0,9 Prozent.

Ökonomen trauen Europas größter Volkswirtschaft im laufenden Jahr ein Wachstum von etwa einem Prozent zu - begünstigt von einer höheren Zahl von Arbeitstagen und steigenden staatlichen Investitionen in Aufrüstung und Infrastruktur. Einen spürbaren Aufschwung erwarten viele Ökonomen allerdings erst ab 2027, wenn die gewaltigen Summen, die der Staat in die Hand nimmt, ihre volle Wirkung entfalten. Damit jedoch die Lockerung der Schuldenbremse und die so ermöglichten Ausgaben kein Strohfeuer erzeugen, seien Reformen zwingend.

"Das Wachstum ist vor allem auf die gestiegenen Konsumausgaben der privaten Haushalte und des Staates zurückzuführen", sagte die Präsidentin des Statistischen Bundesamtes, Ruth Brand, bei der Vorlage der Daten in Berlin. "Demgegenüber gaben die Exporte erneut nach. Die Exportwirtschaft sah sich heftigem Gegenwind ausgesetzt durch die höheren US-Zölle, die Euro-Aufwertung und die stärkere Konkurrenz aus China."

Nach Angaben der Statistiker gaben die Exporte 2025 im dritten Jahr in Folge nach (minus 0,3 Prozent). Zudem halte die Investitionsschwäche an, erklärte Brand. Sowohl in Ausrüstungen als auch Bauten sei weniger investiert worden.

Krieg und US-Zölle belasteten Wirtschaft

Gründe für die schwache Entwicklung der vergangenen Jahre seien etwa die hohen Energiepreise infolge des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine und zuletzt der Gegenwind für deutsche Exporteure durch US-Zölle und wachsender Konkurrenz aus China, sagte Konjunkturexperte Felix Schmidt von der Berenberg Bank. "Hinzu kommen hausgemachte Probleme wie die übergreifende Bürokratie, der Arbeitskräftemangel oder die steigenden Lohnnebenkosten."

Die gelockerte Schuldenbremse und die Mehrausgaben der Bundesregierung dürften aber 2026 zu mehr Wachstum führen. Bereits jetzt lasse sich eine Bodenbildung in der Industrie feststellen, sagte Schmidt. Er betonte aber: "Damit die Mehrausgaben jedoch kein teures Strohfeuer erzeugen, sind begleitende Reformen erforderlich."

Die meisten deutschen Unternehmen gehen allerdings ernüchtert ins neue Jahr. Denn die Stimmung in den Chefetagen verschlechterte sich Ende 2025 überraschend den zweiten Monat in Folge, wie das Münchner Ifo-Institut bei seiner Dezember-Umfrage unter rund 9000 Führungskräften herausfand. "Das Jahr endet ohne Aufbruchstimmung", hatte Ifo-Präsident Clemens Fuest gesagt.

Quelle: ntv.de, ghö/rts/AFP

BIPDeutschlandStatistisches BundesamtRezession