Wirtschaft

"Rezession im Zeitraffer" Deutsche Wirtschaft leidet unter Sars-CoV-2

128663102.jpg

"Die Verbreitung des Coronavirus wird sich in erheblichem Maße auf die Konjunktur in Deutschland auswirken", prognostiziert das IfW.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die deutsche Wirtschaft muss laut den Experten des Kieler IfW zunehmend Verluste durch die Folgen des Coronavirus hinnehmen. Besonders der Staatshaushalt sei betroffen. 2021 rechnen die Fachleute mit einem Defizit von fast fünf Milliarden Euro.

Die deutsche Wirtschaft wird nach Prognose des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) in diesem Jahr wegen der Coronavirus-Pandemie erstmals seit der Finanzkrise 2009 wieder schrumpfen. Das Bruttoinlandsprodukt werde um 0,1 Prozent fallen, sagte das IfW in seinem veröffentlichten Ausblick voraus. Bislang war es von einem Wachstum von 1,1 Prozent ausgegangen. "Die Verbreitung des Coronavirus wird sich in erheblichem Maße auf die Konjunktur in Deutschland auswirken", sagte IfW-Konjunkturchef Stefan Kooths."Absehbar ist bereits, dass der Außenhandel in den kommenden Monaten deutlich in Mitleidenschaft gezogen werden wird."

Aber auch die Binnenkonjunktur dürfte leiden. "So werden sich die privaten Haushalte wohl insbesondere bei Freizeitaktivitäten zurückhalten, um eine Ansteckung zu vermeiden", sagte Kooths. Für das kommende Jahr rechnet das Institut aber bereits wieder mit einer deutlichen Belebung. Dann dürfte das Bruttoinlandsprodukt auch aufgrund von Nachholeffekten um 2,3 Prozent zulegen.

"Die Prognose unterliegt einer erheblichen Unsicherheit und beruht auf der für uns zum Zeitpunkt der Erstellung wahrscheinlichsten Annahme, dass die Pandemie zur Mitte des Jahres abflaut und es danach zu spürbaren wirtschaftlichen Aufholeffekten kommt", sagte Kooths. "Das wäre dann eine Rezession im Zeitraffer."

Größte Bremsspuren am Arbeitsmarkt erwarten die Forscher nicht. Die Arbeitslosenquote dürfte mit rund fünf Prozent nahezu unverändert bleiben. Dagegen dürfte der Staatshaushalt stärker in Mitleidenschaft gezogen werden. "Die Folgen des konjunkturellen Abschwungs der Vorjahre, die durch die Corona-Krise bedingte Beeinträchtigung der Konjunktur und verschiedene finanzpolitische Maßnahmen belasten das Budget im laufenden Jahr deutlich", hieß es dazu. Der Überschuss dürfte 2020 nur noch bei 11,3 Milliarden Euro liegen nach fast 50 Milliarden im vergangenen Jahr. 2021 soll dann ein Defizit von fast fünf Milliarden Euro zu Buche schlagen.

Quelle: ntv.de, can/rts

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen