Wirtschaft

Trotz steigender Mieten Deutsche Wohnen büßt Gewinn ein

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Der Berliner Konzern sieht sich auf Kurs für die Jahresziele.

(Foto: picture alliance/dpa)

Der Immobilienriese Deutsche Wohnen legt seinen Zwischenbericht vor. Auffällig ist: Die Mieten klettern zwar insgesamt in die Höhe, trotzdem macht der Konzern weniger Gewinn. Grund sind unter anderem die Corona-Pandemie und der Berliner Mietendeckel.

Deutsche Wohnen hat auch im ersten Halbjahr von steigenden Mieten profitiert. Die Vertragsmieten legten um 2,6 Prozent auf 421,8 Millionen Euro zu, wie das seit Juni im Dax notierte Immobilienunternehmen in Berlin mitteilte. Die Mieten stiegen im Schnitt um 2,7 Prozent auf 6,93 Euro je Quadratmeter. In Berlin, wo der Konzern besonders stark ist, legten die Mieten aufgrund des Mietendeckels jedoch deutlich weniger zu.

Die Corona-Pandemie trifft deutsche Wohnungskonzerne im Vergleich zu anderen Branchen wenig, auch wenn viele von ihnen während der Krise auf Kündigungen infolge von Zahlungsschwierigkeiten sowie auf Mieterhöhungen verzichten. Allerdings bekommen sie wegen steigender Mieten zunehmend Gegenwind seitens der Politik.

Erst jüngst verlängerte der Bundestag die Mietpreisbremse um fünf Jahre und verschärfte sie zudem. Künftig können Mieter zu viel gezahlte Miete für bis zu zweieinhalb Jahre rückwirkend zurückfordern. Durch den Mietendeckel in Berlin werden zudem die Mieten für 1,5 Millionen Wohnungen, die vor 2014 gebaut wurden, in den kommenden fünf Jahren eingefroren. Für Neuvermietungen gelten Obergrenzen.

Der operative Gewinn der Deutschen Wohnen ging wegen etwa höherer Zinsaufwendungen um 1,8 Prozent auf 282,9 Millionen Euro zurück. Unterm Strich blieb ein Gewinn von 216,7 Millionen Euro nach 603,1 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Im laufenden Jahr erwartet der Konkurrent von Vonovia, LEG Immobilien und TAG Immobilien aufgrund des Berliner Mietendeckels weiterhin nur einen operativen Gewinn etwa auf dem Vorjahresniveau von 538,1 Millionen Euro.

Neubauprojekte im Osten anvisiert

Derweil setzt das Unternehmen weiter auf Expansion und hat eine Minderheitsbeteiligung von 40 Prozent an der Quarterback Immobilien AG in Leipzig erworben. Damit sichert sich das Unternehmen den Zugriff auf Neubauprojekte in der Region Dresden/Leipzig und Berlin.

Der Konzern habe damit laut Analystenpräsentation Zugang zu einem Neubauportfolio mit einem Volumen von mehr als zwei Milliarden Euro. Für die 40 Prozent an Quarterback zahle der Konzern 210 Millionen Euro, für weitere 190 Millionen Euro seien Anteile an Projektunternehmen erworben worden. Den Abschluss der Transaktion erwartet der Konzern im dritten Quartal.

Quelle: ntv.de, mdi/dpa/DJ