Wirtschaft

Erstmals 30 Millionen Beschäftigte Deutscher Mittelstand stellt Job-Rekord auf

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Handwerker gehören ebenso zum deutschen Mittelstand wie weltweit führende Technologieunternehmen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Während die Zahl der Mitarbeiter von Großkonzernen zurückgeht, schaffen Deutschlands kleine und mittlere Unternehmen in diesem Jahr deutlich mehr Jobs. Trotz der derzeit guten Lage machen sich Experten allerdings Sorgen um den Mittelstand.

Die robuste Konjunktur im Inland treibt die Geschäfte mittelständischer Unternehmen in Deutschland an und sorgt für einen Beschäftigungsrekord. Die Zahl der Mitarbeiter wird der Förderbank KfW zufolge in diesem Jahr erstmals über die Marke von 30 Millionen steigen. "Der Anteil des Mittelstandes an der gesamten Erwerbstätigkeit war mit 69 Prozent noch nie so groß", sagte Chefvolkswirt Jörg Zeuner bei der Präsentation des aktuellen KfW-Mittelstandspanels. Großunternehmen und der öffentliche Bereich hätten die Zahl der Mitarbeiter dagegen zuletzt um rund 180.000 reduziert.

Im vergangenen Jahr steigerten die kleineren und mittleren Firmen ihren Umsatz insgesamt um 3,3 Prozent auf knapp über 4 Billionen Euro. In diesem Jahr rechnet die Förderbank mit weiterem Wachstum. Der Mittelstand sei "sehr gesund und profitabel", sagte Zeuner. Lediglich 8 Prozent der 3,65 Millionen Firmen schrieben 2015 danach rote Zahlen. Vor allem der Immobilienboom und die Konsumlust der Verbraucher treiben die Geschäfte der überwiegend inlandsorientierten Firmen an.

Zwar erzielten die kleineren und mittleren Unternehmen 2015 erstmals seit drei Jahren im Ausland wieder ein Umsatzplus. In diesem Jahr dürften die Folgen des Brexit-Votums und die politische Lage in der Türkei nach dem gescheiterten Putsch das Wachstum der Auslandsnachfrage allerdings begrenzen, erläuterte die KfW.

Zurückhaltung bei Investitionen

Mit Sorge sehen die Experten die Zurückhaltung der Firmen bei Investitionen. "Die Hoffnungen auf ein kräftiges Investitionsplus im Mittelstand haben sich nicht erfüllt. Auch 2016 wird es nur einen geringen Schub geben, zu verhalten sind die Planungen der Unternehmen", erklärte Zeuner.

Investitionen seien jedoch notwendig, um die Produktivität zu verbessern. Bereits heute sei die Gesamtwirtschaft dem Mittelstand bei der Produktivität um das Vierfache voraus. "Für dauerhaftes Wachstum brauchen wir eine höhere Produktivität", sagte Zeuner. Zwar sei diese im Mittelstand traditionell geringer als bei Großunternehmen. "Doch die Schere ist in den letzten Jahren etwas weit auseinandergegangen".

Quelle: ntv.de, mbo/dpa

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