Wirtschaft

Positive Entwicklung Deutsches Staatsdefizit ist gesunken

15.01.2026, 11:45 Uhr
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Im vergangenen Jahr wurde trotzdem erneut mehr Geld ausgegeben als eingenommen. (Foto: imago images/photothek)

Die Differenz zwischen Staatsausgaben und Staatseinnahmen ist in Deutschland nicht mehr ganz so groß wie noch 2024. Für dieses Jahr wird allerdings mit einer steigenden Neuverschuldung gerechnet.

Der deutsche Staat hat im vergangenen Jahr trotz anhaltender Konjunkturflaute ein geringeres Defizit verzeichnet. Die Ausgaben von Bund, Ländern, Kommunen und Sozialversicherung überstiegen die Einnahmen um 107 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt in einer ersten Schätzung mitteilte. Das Finanzierungsdefizit fiel damit um acht Milliarden Euro niedriger aus als 2024. Die Einnahmen hatten sich zuletzt besser entwickelt als gedacht, was Experten etwa mit höheren Beitragssätzen in der Sozialversicherung und dem Wegfall der steuerfreien Inflationsausgleichsprämie begründeten.

Die Summe entspricht einem Defizit von 2,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. 2024 hatte es noch bei 2,7 Prozent gelegen, 2023 bei 2,5 Prozent. Der EU-Stabilitäts- und Wachstumspakt sieht eine Obergrenze von drei Prozent vor, die von Ländern wie Frankreich seit Jahren gerissen wird.

Für dieses Jahr rechnen die meisten Fachleute mit einer steigenden Neuverschuldung in Deutschland. Das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) etwa sagt ein Finanzierungsdefizit von 3,5 Prozent voraus, das 2027 sogar auf 4,0 Prozent steigen soll. "Die Ausgaben beschleunigen sich im Jahr 2026 deutlich", erklärte das IfW. "Investitionen und Vorleistungskäufe erhalten erstmals spürbare Impulse aus dem neuen Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität sowie erneut aus steigenden Verteidigungsausgaben."

AAA-Rating stabil

Die großen Ratingagenturen bescheinigen Europas größter Volkswirtschaft eine solide Finanzpolitik. Die Kreditwürdigkeit wird mit der Bestnote AAA bewertet. Allerdings sehen die Bonitätswächter auch Reformbedarf. "Die Alterung der Gesellschaft und deren Auswirkungen auf Staatsfinanzen und Wirtschaftswachstum sind eine der wichtigsten Herausforderungen für Deutschlands AAA-Rating", sagte Scope-Analyst Julian Zimmermann.

Die alternde Bevölkerung werde in den kommenden Jahren zu steigenden Pensionsverbindlichkeiten führen. So dürften die Bundeszuschüsse zur Unterstützung des umlagefinanzierten Rentensystems 2029 auf mehr als 113 Milliarden Euro steigen. Das entspreche dann rund 20 Prozent der prognostizierten Einnahmen des Bundes.

Quelle: ntv.de, rog/rts

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