Wirtschaft

45 Milliarden Euro weniger Deutschland baut seine Schulden ab

Schuldenberg

Der Schuldenberg des öffentlichen Haushalts ist geschrumpft.

(Foto: picture alliance / Oliver Berg/d)

Deutschland profitiert von der guten Konjunktur und steigender Beschäftigung: Bund, Länder und Gemeinden stehen finanziell besser da als noch im vergangenen Jahr. Insgesamt hat der Staat 2,3 Prozent weniger Schulden.

Der deutsche Staat hat seinen Schuldenberg durch steigende Steuer- und Beitragseinnahmen weiter abgetragen. Bund, Länder, Gemeinden und Sozialversicherung einschließlich aller Extrahaushalte standen Ende September mit 1929,8 Milliarden Euro in der Kreide. Das waren 2,3 Prozent oder 45 Milliarden Euro weniger als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt mitteilte.

Der Staat profitiert dabei von der guten Konjunktur mit steigender Beschäftigung, wodurch Steuer- und Beitragsaufkommen zulegen. Zudem entlasten niedrige Zinsen auf der Kostenseite. Die Bundesbank rechnet damit, dass die Staatsverschuldung im zu Ende gehenden Jahr erstmals seit 2002 unter die Marke von 60 Prozent des Bruttoinlandsproduktes sinken kann. Diese wird in den EU-Verträgen als Obergrenze festgelegt, doch verstoßen viele Staaten deutlich dagegen.

Höchster Rückgang in Sachsen und Baden-Württemberg

Die nach Deutschland zweitgrößte Volkswirtschaft Frankreich kommt auf rund 100 Prozent, die Nummer drei Italien sogar auf rund 130 Prozent. "Alle Ebenen des Öffentlichen Gesamthaushalts haben Schulden abgebaut", betonten die Statistiker. Der Bund reduzierte sie um 1,4 Prozent auf 1226,3 Milliarden Euro, die Länder sogar um 3,4 Prozent auf 572 Milliarden Euro. "Bis auf Hamburg und Schleswig-Holstein haben alle Bundesländer ihre Schulden verringert", hieß es. "In beiden Ländern waren Schuldenaufnahmen im Zusammenhang mit dem Komplex um die HSH Nordbank ein wesentlicher Grund für diese Entwicklung." Den höchsten Rückgang meldete Sachsen mit 13,9 Prozent, gefolgt von Baden-Württemberg  mit -12,5 und Bayern mit -11,4 Prozent.

Der Schuldenstand der Gemeinden sank um 5,5 Prozent auf 131,1 Milliarden Euro. Besonders starke Rückgänge gab es in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen - jeweils mit rund neun Prozent. Die Sozialversicherung war zum Ende des dritten Quartals mit 403 Millionen Euro verschuldet, was einem Rückgang von 7,3 Prozent entspricht. In der Statistik werden nur Verbindlichkeiten gegenüber dem nicht-öffentlichen Bereich geführt, wozu beispielsweise Kreditinstitute und private Unternehmen gehören.

Quelle: n-tv.de, nen/rts

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