Wirtschaft

Höhere Investitionen geplant Deutschland profitiert von US-Steuerreform

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Durch Trumps Steuerreform fließt mehr Geld zu uns nach Deutschland.

(Foto: REUTERS)

Deutsche Unternehmen nutzen die Steuerentlastungen in den USA aus. Weil sie dort weniger Steuern zahlen, will jeder zehnte Betrieb mit nennenswertem US-Geschäft mehr im eigenen Land investieren - und jeder sechste in den USA.

Die Steuerreform von US-Präsident Donald Trump kommt einer Umfrage zufolge auch dem Wirtschaftsstandort Deutschland zugute. Aufgrund der Steuersenkungen wollen deutlich mehr deutsche Firmen ihre Investitionen in der Heimat erhöhen als reduzieren, ergab eine Studie des Ifo-Instituts in Zusammenarbeit mit Reuters. Die Umfrage lief vom 1. bis 21. März.

"Deutschland profitiert teilweise von der Entlastung", sagte Ifo-Konjunkturexperte Klaus Wohlrabe. Von allen befragten Unternehmen mit nennenswertem US-Geschäft wollen wegen der US-Reform zehn Prozent mehr in Deutschland und 14 Prozent mehr in den USA investieren als bisher. Lediglich 3,5 Prozent gaben an, sie wollten aus diesem Grund ihre Ausgaben in Deutschland zurückfahren. Teilweise schichten Firmen nun aber Gelder über den Atlantik um.

Bei den Unternehmen, die jetzt mehr in den USA investieren wollen, überwiegt die Zahl derer, die das zulasten Deutschlands tun: Von ihnen stecken zwar 14 Prozent auch mehr Geld in ihr deutsches Geschäft. Jedoch wenden 17 Prozent nun weniger für den Heimatstandort auf. Vor solchen Effekten hatte die Bundesregierung gewarnt.

Viele nicht betroffen

Für die Studie wurden die Angaben von 575 deutschen Unternehmen ausgewertet, die mindestens fünf Prozent ihrer Umsätze in den Vereinigten Staaten erlösen. Befragt wurden insgesamt 5405 repräsentativ ausgewählte Firmen. Fast 90 Prozent sind jedoch gar nicht oder kaum auf dem US-Markt aktiv. Das ist Wohlrabe zufolge wenig überraschend: Denn kleinere und mittlere Betriebe, die das Rückgrat der deutschen Wirtschaft bilden, haben oft kein oder lediglich in Europa ein Auslandsgeschäft.

Von den Unternehmen mit mindestens fünf Prozent US-Umsatzanteil versprechen sich 14 Prozent kurzfristig und 17 langfristig eine Entlastung durch die US-Steuerreform. Von positiven Effekten hat bereits eine Reihe deutscher Großkonzerne berichtet. Allerdings erwartet eine Dreiviertelmehrheit der Firmen mit nennenswertem US-Geschäft gar keine Veränderung ihrer Steuerquote.

Eine Belastung befürchten kurzfristig vier und langfristig acht Prozent. Auswirkungen auf Patente und Lizenzen gibt es kaum, ihre Verlagerung in die USA wird steuerlich gefördert. Auch beim Importen und Exporten gibt es der Umfrage zufolge kaum Effekte. Die Zahl der Unternehmen, die hier etwas ändern wollen, bewegte sich jeweils im einstelligen Prozentbereich.

Trump hatte mit der Zustimmung des US-Kongresses zu der Steuerreform im Dezember ein Kernstück seiner politischen Agenda umgesetzt. Er verspricht sich davon einen Schub für Investitionen und Arbeitsplätze. 

Quelle: n-tv.de, cam/Reuters

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