Wirtschaft

Akuter Mangel in der Pflege Deutschland sucht händeringend Fachkräfte

Ein Krankenpfleger schiebt in einer Klinik ein Krankenbett durch den Flur. Foto: Daniel Bockwoldt/dpa/Symbolbild

Laut IW-Studie fehlen im Pflegebereich im Durchschnitt über 20.000 Fachkräfte.

(Foto: Daniel Bockwoldt/dpa/Symbolbild)

Laut einer Studie bleiben über 300.000 Stellen innerhalb eines Jahres unbesetzt, weil es hierzulande an qualifiziertem Personal fehlt. Nicht nur in der Altenpflege, die am schlimmsten betroffen ist, gibt es dauerhaft Engpässe. Die Studie sieht auch ein Informationsproblem.

In Deutschland fehlten zwischen Juli 2019 und Juni 2020 im Durchschnitt 324.731 Fachkräfte, um alle offenen Stellen zu besetzen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln, die den Zeitungen der Funke Mediengruppe vorliegt. Besonders stark vom Fachkräftemangel ist demnach die Altenpflege betroffen. Hier fehlten im Durchschnitt 20.282 Fachkräfte, um die offenen Stellen zu besetzen. Auf 100 offene Stellen kommen demnach nur zwölf Arbeitslose mit einer entsprechenden Qualifikation, die direkt in der Altenpflege eingesetzt werden könnten.

Auch in der Bauelektrik ist demnach die Lage mit 15.595 offenen Stellen und nur 19 passend Qualifizierten auf 100 Arbeitslose angespannt, ebenso in der Gesundheits- und Krankenpflege (13.614 offene Stellen, Engpassrelation von 22 Arbeitslosen auf 100 offene Stellen). Bei den Spezialisten, also denjenigen, die einen Fortbildungsabschluss wie einen Meister oder einen Bachelor haben, werden vor allem Physio- und Ergotherapeuten gesucht. 8940 Fachkräfte fehlen in der Physiotherapie, 3438 in der Ergotherapie.

Bei den Spezialisten mit einem Masterabschluss oder Diplom mangelt es vor allem an Sozialarbeitern und Sozialpädagogen. 13.799 Stellen sind unbesetzt. Schlechte Chancen auf dem Arbeitsmarkt hat demnach auch die öffentliche Verwaltung. Zwar beträgt die Fachkräftelücke nur 3228 Stellen, mit nur 6 qualifizierten Arbeitslosen je 100 offenen Stellen ergibt sich aber das geringste Potenzial, um diese Lücken schnell zu schließen.

"In gendergeprägten Berufen - also Berufen, die entweder überwiegend von Frauen oder überwiegend von Männern ausgeübt werden - werden die meisten Stellen in Engpassberufen ausgeschrieben", sagte Studienautorin Lydia Malin den Funke-Zeitungen. Sie bemängelt, dass viele Jugendliche nicht ausreichend informiert seien. Zwar sei ihnen Arbeitsplatzsicherheit wichtig, dennoch gebe es in den Engpassberufen Schwierigkeiten, Jugendliche für eine Ausbildung zu gewinnen.

Quelle: ntv.de, ddi