Wirtschaft

"Haifischhaut" und neue Flieger Die Lufthansa wird zum Spritsparer

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Unter anderem fünf Airbus A350-900 sollen die Lufthansa-Flotte verstärken.

(Foto: imago images/Arnulf Hettrich)

Die gebeutelte Kranich-Airline will in den kommenden Jahren Kosten einsparen. Auf den ersten Blick passt der Kauf von zehn neuen Langstreckenflugzeugen da nicht ins Bild. Mit der Milliardeninvestition will die Lufthansa künftig allerdings ordentlich Treibstoff sparen.

Die Lufthansa kauft fünf Langstreckenflugzeuge des Typs Airbus A350-900 und fünf Boeing 787-9. Dadurch sollen 30 Prozent Treibstoff- und CO2-Einsparungen erzielt werden, teilte die Fluggesellschaft mit. Die neuen Flugzeuge ersetzen ältere Typen auf der Kurz-, Mittel- und Langstrecke. Bei dem Kauf dürfte es sich um eine Milliardeninvestition handeln. Beide Flugzeugtypen haben Listenpreise von jeweils mehreren 100 Millionen Euro.

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Lufthansa habe Gespräche mit Boeing geführt und eine Möglichkeit gefunden, fünf bereits produzierte 787-9-Flugzeuge zu kaufen. Gleichzeitig verständigte sich der Konzern mit dem Hersteller auf eine Umstrukturierung der geplanten Auslieferungen. Die fünf neu bestellten Airbus A350-900 werden 2027 und 2028 ausgeliefert.

Damit erhöht sich die Anzahl der Festbestellungen des Typs A350 auf insgesamt 45 Flugzeuge. Gleichzeitig vereinbart die Lufthansa Group auch mit diesem Hersteller eine Umstrukturierung der geplanten Auslieferungen. Die Auslieferung von weiteren 107 Airbus-Flugzeugen der A320neo-Familie ist bis 2027 geplant.

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Lufthansa-Jets sollen zudem künftig mithilfe einer neuartigen Oberflächenfolie Sprit sparen. Die von BASF entwickelte Oberfläche sei der gerippten Haut von Haifischen nachempfunden. Mit der besseren Aerodynamik kann die Luftreibung um etwa ein Prozent gemindert werden, sodass beim Einsatz an der gesamten Lufthansa-Frachterflotte jährliche Einsparungen von 3700 Tonnen Kerosin möglich sind. Damit würde die Emission von rund 11.700 Tonnen klimaschädlichen Kohlendioxids vermieden, was rund 48 Frachtflügen von Frankfurt nach Shanghai entspricht.

Ab dem kommenden Jahr sollen sämtliche Frachter der Lufthansa Cargo, zehn Jets vom Typ Boeing 777, mit der neuen Folie beklebt werden. Es geht um die Rumpfunterhälfte bis zu den Seitenflächen, wo bei Frachtern keine störenden Fensterreihen vorhanden sind. Auch Teile des Flügels würden beklebt, berichtete ein Sprecher der Lufthansa Technik. Insgesamt geht es um rund 800 Quadratmeter Folie pro Flugzeug. Bislang wurde die Folie auf rund 500 Quadratmetern am Unterrumpf eines Boeing 747-Jumbos erprobt. Dafür hatte Lufthansa Technik auch die Zulassung durch die europäische Flugsicherheit EASA erreicht.

Quelle: ntv.de, mba/DJ/dpa

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